Am vergangenen Wochenende erlebte die Stadt Zwettl einen ganz besonderen Aktionstag, der die Besucher auf eine Reise durch die Geschichte der östlichen Stadtmauer entführte. Knapp 130 Interessierte folgten der Einladung zur geführten Themenwanderung, die unter dem Titel „Die östliche Stadtmauer – das Tor zum Stift“ stattfand. Der Rundgang, der vom Neuen Markt bis zum Schulturm führte, bot den Teilnehmern die Gelegenheit, tief in die Geschichte und die Bedeutung dieser beeindruckenden Befestigungsanlage einzutauchen.

Vizebürgermeister Alexander Leutgeb hieß die Besucher herzlich willkommen und hob die kulturelle Relevanz der Stadtmauer hervor. Die Stadtführer Christl Mayerhofer und Helmut Hahn vermittelten auf lebendige Weise die Geschichte der Mauer, deren Ursprünge bis ins Mittelalter zurückreichen. Besonders spannend war die Begehung mehrerer privater Gärten entlang der Mauer, die normalerweise nicht zugänglich sind. Ein großer Dank gebührt hier der Familie Gertraud und Karl Hahn sowie Herrn Robert Liebenauer für die Möglichkeit, ihre außergewöhnlich gestalteten Gärten zu besichtigen. Der Garten der Familie Hahn sticht dabei durch einen erhaltenen Wirtschaftskeller hervor.

Einblicke in die Geschichte

Während des Rundgangs erzählte Stadtführer Helmut Hahn von den wirtschaftlichen Aktivitäten zur Zeit der Vieh- und Wochenmärkte und beleuchtete die historische Bedeutung des „Oberhofer Tors“, das eine wichtige Verbindung zum Zisterzienserstift Zwettl darstellt. Ein geheimer Durchgang an der Stadtmauer führte die Teilnehmer zum Platz vor dem Schulturm, einem weiteren historischen Schauplatz der Stadt.

Direktor Franz Oels gab interessante Einblicke in die laufenden Sanierungsarbeiten der Mauer, die durch unerwartete Skelettfunde verzögert wurden. Zum krönenden Abschluss erhielten die Teilnehmer eine Postkarte mit einer historischen Ansicht des Bürgerspitals aus dem Jahr 1877, bevor sie in das Café Restaurant Martini eingeladen wurden, um bei Mehlspeisen den Tag ausklingen zu lassen.

Die Bedeutung von Stadtmauern

Stadtmauern sind nicht nur beeindruckende Bauwerke, sondern auch ein Stück lebendige Geschichte. Ursprünglich wurden sie als Befestigungsanlagen errichtet, um Städte vor Angreifern zu schützen. Diese Mauern bestehen häufig aus Felssteinen oder erhärtetem Lehm und sind mindestens mannshoch. Viele Städte in Mitteleuropa, wie auch Zwettl, konnten ihre Stadtmauern bis heute bewahren, was ihnen einen besonderen Charakter verleiht.

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Im Mittelalter war der Bau einer Stadtmauer ein Privileg, das Städten durch das Befestigungsrecht verliehen wurde. Die Entwicklung von Stadtmauern von Holzpalisaden hin zu massiven Steinmauern spiegelt nicht nur den Fortschritt in der Baukunst wider, sondern auch die sich verändernden Bedürfnisse der Städte im Laufe der Jahrhunderte.

Die Stadtmauer von Zwettl ist somit nicht nur ein Relikt der Vergangenheit, sondern ein aktiver Teil der Stadtidentität und ein Symbol für die kulturelle Vielfalt und Geschichte, die hier gewachsen ist. Veranstaltungen wie der Aktionstag tragen dazu bei, das Bewusstsein für dieses historische Erbe zu schärfen und die Gemeinschaft zu stärken. So bleibt die Stadtmauer auch in Zukunft ein wichtiger Teil des Stadtlebens.