Feierliche Eröffnung im Stift Zwettl: Ein Fest der Gemeinschaft und Kultur
Am vergangenen Wochenende wurde im Stift Zwettl ein echtes Fest gefeiert. Die Eröffnung des erneuerten Abteihofes lockte trotz der brütenden Hitze eine große Zahl an Besuchern an, die sich von der Atmosphäre und dem bunten Programm mitreißen ließen. Aus der tschechischen Partnerregion Žďár nad Sázavou sowie vom Zisterzienserkloster Vyšší Brod und dem ehemaligen Zisterzienserkloster Ebrach kamen Gäste, um diesen besonderen Moment mitzuerleben. Sogar Vertreter des Cisterscapes-Netzwerks waren vor Ort, um die neue Klosterlandschaft zu würdigen.
Besonders spannend war die geführte Wanderung entlang des Bernhardiweges, die am Samstag stattfand. Hier konnten die Teilnehmer an Mitmach-Stationen im Lindenhof mehr über den Stiftswald, den Kräutergarten, den Karpfenteich und das Leben der Zisterzienser erfahren. Das Programm bot zudem Kinderführungen, musikalische Darbietungen und regionale Köstlichkeiten, die nicht nur den Gaumen erfreuten, sondern auch die Sinne anregten.
Ein besonderes Highlight: Sonderausstellung und Segnung
Ein weiteres Highlight der Veranstaltung war die Eröffnung der Sonderausstellung „Der Santini-Skandal“, die dem Barockarchitekten Giovanni Battista Santini gewidmet ist. Die Revitalisierung des Englischen Gartens als Ort der Ruhe und Besinnung wurde ebenfalls gefeiert. Die Segnung des ersten neu errichteten Bildstocks am Bernhardiweg, der als erste von zehn künstlerisch gestalteten Wegestationen fungiert, rundete das Programm ab.
Am Sonntag wurde dann in einer festlichen Messe der 70. Geburtstag von Abt Johannes Maria Szypulski gefeiert. Bürgermeister Franz Mold hob Szypulski als Brückenbauer zwischen Kirche und Gesellschaft hervor. Der Abt durfte sich über mehrere Auszeichnungen freuen, darunter die Goldene Ehrennadel der Stadtgemeinde Zwettl, und wurde zudem von seinen Mitbrüdern aus dem Lazarus-Orden mit dem Kaiser-Karl-Kreuz geehrt. Der Festakt fand aus Rücksicht auf die Hitze in der Stiftskirche statt und unterstrich die Bedeutung der europäischen Zusammenarbeit.
Ein Netz, das verbindet
Andreas Gamerith, Alexandra Bayer und Abt Szypulski betonten die Wichtigkeit des Cisterscapes-Projekts, das einen wesentlichen Beitrag zur Aufwertung historischer Orte leistet und neue Angebote schafft. Die Zwettler Klosterlandschaft wird ab 2024 das Europäische Kulturerbe-Siegel (European Heritage Label) tragen – eine Anerkennung, die die Schlüsselrolle dieser Kulturlandschaften in der europäischen Geschichte und Kultur würdigt. Cisterscapes ist ein Netzwerk, das 17 historische Klosterlandschaften in fünf Ländern umfasst und für die europäische Identität von großer Bedeutung ist.
Wie es weitergeht? Am 1. Mai 2026 erfolgt die Amtsübergabe von Landrat Johann Kalb an Johannes Maciejonczyk, der der CSU angehört. Kalb, der über zwölf Jahre hinweg das Cisterscapes-Projekt maßgeblich vorangetrieben hat, erhielt in einer Videobotschaft von Partnern und Akteuren des Netzwerks Dank für sein Engagement. Die Vorfreude auf die Zusammenarbeit mit Maciejonczyk ist bereits spürbar und es bleibt spannend zu sehen, wie sich die Projekte weiterentwickeln.
Es ist nicht zu leugnen, dass die Zisterzienserabteien, die ihren Ursprung im Jahr 1098 in Citeaux, Frankreich, hatten, einen bedeutenden kulturellen Beitrag in ganz Europa geleistet haben. Von Deutschland über Österreich bis nach Tschechien, Polen und Slowenien sind diese Kulturlandschaften nicht nur historische Stätten, sondern auch Orte des Lebens und der Gemeinschaft. Die EU-Kommission hat kürzlich die Schlüsselrolle dieser Landschaften in der europäischen Geschichte und Kultur gewürdigt, und das ist mehr als nur ein Titel – es ist eine Hommage an die reiche Geschichte und die kulturelle Vielfalt, die sie repräsentieren.
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