Im Pflege- und Betreuungszentrum (PBZ) Waidhofen/Thaya gab es kürzlich eine ganz besondere Veranstaltung, die nicht nur die Gaumenfreuden, sondern auch das Wissen über die Natur in den Mittelpunkt stellte. Sabine Wanko, eine engagierte ehrenamtliche Mitarbeiterin, nahm die Bewohnerinnen und Bewohner mit auf eine kulinarische Reise, die in die Welt der gesunden Wipferl-Pralinen führte. Die Idee war einfach: Gemeinsam Pralinen herstellen und dabei die Frische und die Aromen der Natur genießen.

Viele der Anwesenden waren bereits mit Wipferl in Form von Saft, Sirup oder Likör vertraut, aber die Herstellung von Pralinen hatte sich noch nicht herumgesprochen. Wanko holte frische Fichten- und Tannenwipferl von schattigen Bäumen und zeigte Schritt für Schritt, wie aus diesen jungen, hellgrünen Trieben – die von Ende April bis Anfang Juni sprießen und voller ätherischer Öle sowie Vitamin C stecken – köstliche Pralinen entstehen können.

Ein Fest für die Sinne

Die Veranstaltung wurde durch eine Verkostung begleitet, bei der die Teilnehmer die verschiedenen Kräutersalze – wie Löwenzahnblütensalz und Tannennadelsalz – auf frischem Butterbrot probieren konnten. Ein ganz neuer Geschmack, der die Neugier und den Appetit anregte! Dazu gab es Löwenzahnstängel-Soletti und sauer eingelegte, geringelte Löwenzahnstiele. Wer hätte gedacht, dass die Natur so viele Schätze bereithält?

Der Prozess der Pralinenherstellung war ein wahres Erlebnis: Zuerst wurden die Wipferl roh verkostet, dann in Schokolade getaucht und nach dem Festwerden der Glasur genossen. Die Begeisterung war groß – die Pralinen wurden restlos verzehrt! Wanko betonte, wie wichtig es ist, sich von der Natur zu ernähren und das Wissen über unbewusste Nahrungsquellen weiterzugeben. Denn die Maiwipferl haben nicht nur geschmackliche Vorzüge, sondern auch gesundheitliche Vorteile. Sie sind bekannt für ihre schleimlösenden und entzündungshemmenden Eigenschaften, ideal in der Erkältungszeit.

Tradition und Heilwissen

Das Interesse an natürlichen Heilmethoden nimmt wieder zu, und Veranstaltungen wie diese knüpfen an jahrhundertealtes Wissen an. Traditionelles Kräuterwissen verbindet die Heilkraft von Pflanzen mit den Erfahrungen vieler Generationen – ohne Chemie oder komplizierte Medikamente. Dieses alte Wissen wurde oft mündlich oder in alten Kräuterbüchern weitergegeben. Im Mittelalter spielten Kräuter eine zentrale Rolle in der Heilkunde, besonders in Klöstern, wo Mönche und Nonnen systematisch Heilpflanzen dokumentierten.

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Das Sammeln von Maiwipferln erfordert jedoch etwas Wissen: Nur die hellgrünen, jungen Triebe sind geeignet, und man sollte sie in kleinen Mengen pflücken. Auch die Unterscheidung zwischen Fichte und Tanne spielt eine Rolle, denn nur so kann man sicherstellen, dass man die richtigen Wipferl auswählt. Wer sich beim Experimentieren mit Wipferl-Sirup oder Kräutersalzen inspiriert fühlt, findet in der Natur eine Fülle an Möglichkeiten zur Stärkung des Wohlbefindens.

Die Veranstaltung im PBZ hat nicht nur den Geschmackssinn geschärft, sondern auch das Bewusstsein für die Schätze der Natur gefördert. Und so bleibt die Frage: Was gibt es Schöneres, als mit frischen, gesunden Zutaten aus der Umgebung zu arbeiten und gleichzeitig das Wissen über ihre Nutzung weiterzugeben? Jeder Bissen dieser Pralinen erzählt eine Geschichte – eine Geschichte über die Verbundenheit zur Natur und die Freude am gemeinsamen Erleben.

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