Heute ist der 23.07.2026, und in Niederösterreich stehen die Landwirte vor einer Herausforderung. Die aktuelle Trockenheit hat nicht nur die Erntebedingungen beeinflusst, sondern auch den Handel und die Preisfindung von Grundfutter massiv durcheinandergebracht. Man könnte sagen, die Maisbestände sind wie das Wetter – ganz unterschiedlich, je nach Region. In manchen Ecken blüht der Mais, während er in anderen bereits dürr und trist aussieht. Dies wirkt sich natürlich direkt auf den Verkaufswert aus, der für die Ermittlung des notwendigen Erlöses von Körnermais herangezogen wird.

Ein Beispiel gefällig? Nehmen wir an, der Ertrag liegt bei 8 Tonnen pro Hektar, dann sprechen wir von einem Preis von 255 Euro pro Tonne (inkl. USt), netto also 225,66 Euro. Wenn man nun bedenkt, dass beim Verkauf als Silomais ein entgangener Erlös von 2.040 Euro entsteht, wird schnell klar, wie wichtig diese Preisfindung für die Landwirte ist. Und die Einsparungen? Die können sich auch sehen lassen! Für Lohndrusch etwa sind es rund 175 Euro, für den Transport zur Übernahmestelle etwa 30 Euro und die Trocknungskosten belaufen sich auf ca. 323 Euro bei 25% Druschfeuchte.

Die Preisfindung im Detail

Doch wie genau wird der Preis für Silomais ermittelt? Hier kommt die Sache ins Spiel, dass es keine offiziellen Preisnotierungen gibt, wie bei Marktfrüchten. Die Preise orientieren sich vielmehr an der Versorgungssituation mit Grundfutter, dem Angebot an Silomais in der Region, dem potenziellen Körnermaiserlös und den Erlösmöglichkeiten durch den Anbau von Marktfrüchten. Zum Beispiel steht der Körnermais aktuell bei 17,00 €/dt, was im Vergleich zu den Preisen für Weizen, die zwischen 15,14 und 17,67 €/dt schwanken, ebenfalls bemerkenswert ist.

Ein weiteres interessantes Detail: Die Abrechnung von Silomais an Biogasanlagen erfolgt pro Gewichtseinheit Ganzpflanzen-Trockenmasse. Bei einem Körnermaispreis von 265 Euro/t brutto und 20% Druschfeuchte könnte der Preis für Silomais bei etwa 130 Euro/t Silomais-Trockenmasse liegen. Und bei BIO-Silomais? Hier sieht die Rechnung ganz anders aus. Bei einem Körnermaispreis von 360 Euro/t (inkl. USt) und einem Trockenmaisertrag von 6 t liegt der Vergleichspreis für Silomais bei 2.036 Euro/ha.

Die Herausforderungen der Erzeugung

Die Erzeugungskosten für Silomais sind in den letzten Jahren gestiegen, was die gesamte Preissituation noch kniffliger macht. Bedenken wir, dass die Preise für Weizen und Körnermais zuletzt deutlich gefallen sind, so wird die Bewertung von Silomais zusätzlich beeinflusst. Ein flächendeckender Markt gibt es nicht, Käufer und Verkäufer müssen selbst kalkulieren – das kann man sich vorstellen, ist alles andere als einfach. Die Preise für Silomais, Körnermais und Weizen liegen zur Zeit unter dem Vorjahresniveau, was natürlich für viele Landwirte eine Herausforderung darstellt.

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Ein kleines Beispiel aus der Praxis: Das Angebot und die Nachfrage bestimmen maßgeblich den Preis für Silomais. Aktuell berechnet der Maispreisrechner der LWK Niedersachsen, dass der Gleichgewichtspreis für qualitativ hochwertigen Silomais bei etwa 24 Euro/t Frischmasse liegt. Das sind in etwa 1.200 Euro/ha brutto. Und um den Preis zu ermitteln, werden die Anbaukosten in Betracht gezogen, die allerdings nur begrenzten Einfluss auf die tatsächliche Preisbildung haben.

In Anbetracht all dieser Faktoren – von regionalen Witterungen über Produktionskosten bis hin zu den Schwankungen der Marktpreise – zeigt sich, dass die Preisfindung für Silomais ein komplexes Unterfangen ist. Und während die Landwirte versuchen, aus den gegebenen Bedingungen das Beste herauszuholen, bleibt abzuwarten, wie sich die Situation in den kommenden Monaten entwickeln wird.

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