EU-Lockerungen und Greenwashing: Ein Doppelschlag für Unternehmen in St. Pölten
Heute ist der 5.07.2026 und in St. Pölten, wo der Duft von frisch gebrühtem Kaffee in der Luft liegt, gibt es Neuigkeiten, die für Unternehmen und Umwelt interessanter nicht sein könnten. Die Europäische Union hat sich entschlossen, den bürokratischen Dschungel zu lichten – und das gleich mit einem Paukenschlag. Ab dem 1. Januar 2027 sinkt die Zahl der verpflichtenden Datenpunkte um 60 Prozent und die Gesamtmenge der geforderten Informationen sogar um 70 Prozent. Was das für Unternehmen bedeutet? Experten rechnen mit Kosteneinsparungen von über 30 Prozent. Das klingt fast zu gut, um wahr zu sein!
Doch es gibt einen Haken. Während die EU die Anforderungen an die Unternehmen lockert, wird gleichzeitig der Druck gegen Greenwashing verstärkt. Die Novelle des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG), die für Ende September angekündigt ist, soll die rechtlichen Grundlagen gegen irreführende Umweltaussagen stärken. Das ist nötig, denn die Emissionen großer Tech-Unternehmen steigen trotz aller Bemühungen. So verzeichnete Amazon im Jahr 2025 einen Anstieg um 16 Prozent auf rund 80,85 Millionen Tonnen CO2, während Google sogar um 19 Prozent auf 18,9 Millionen Tonnen zulegte. Irgendwie paradox, oder?
Technologie trifft auf Nachhaltigkeit
Das Thema Technologie kommt nicht zu kurz. Die neue EU-KI-Verordnung, die ab dem 1. August 2024 in Kraft tritt, ist der erste Rechtsrahmen weltweit, der speziell für Künstliche Intelligenz entwickelt wurde. Ziel ist es, KI sicher, transparent und ressourcenschonend zu gestalten. Besonders für Climate-Tech-Teams wird es nun knifflig, denn viele KI-Lösungen im Bereich Nachhaltigkeit gelten als „hohes Risiko“. Die verschiedenen Risikokategorien für KI-Systeme sind interessant – von verbotenen Systemen, die eine Bedrohung für Sicherheit und Rechte darstellen, bis hin zu Systemen mit minimalem Risiko, wie etwa Spam-Filtern.
Die Strafen für Verstöße können bis zu 7 Prozent des weltweiten Umsatzes oder 35 Millionen Euro betragen. Das lässt einen schon ein bisschen ins Schwitzen kommen! Unternehmen sollten also dringend ihre KI-Systeme überprüfen und sich auf die neuen Anforderungen einstellen. Der Fokus auf Energieeffizienz und Ressourcenschonung wird zum Schlüsselfaktor für den Erfolg im Climate-Tech-Bereich.
Nicht nur große Unternehmen sind betroffen
Ein weiteres heißes Eisen ist die Nachhaltigkeitsberichterstattung. Diese hat in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Große Unternehmen unterliegen bereits umfassenden Berichtspflichten, während kleinere Unternehmen (KMU) zwar nicht direkt gesetzlich verpflichtet sind, jedoch unter Druck von Banken und Investoren stehen. Die Reformvorschläge der Europäischen Kommission könnten hier interessante Veränderungen mit sich bringen. Ab 2024 werden schrittweise mehr Unternehmen berichtspflichtig, darunter auch kapitalmarktorientierte Firmen und solche mit mehr als 250 Mitarbeitern.
Die ESG-Kriterien sind nicht nur in aller Munde, sondern auch von Bedeutung für die Bewertung der Nachhaltigkeitsperformance. Ein wichtiger Bestandteil ist die EU-Taxonomie-Verordnung, die klare Vorgaben für nachhaltige wirtschaftliche Tätigkeiten festlegt. Unternehmen müssen jetzt darlegen, welcher Anteil ihrer Aktivitäten steuerkonform ist. Das wird für viele eine echte Herausforderung, denn das Thema Transparenz und Datensicherheit steht auf der Tagesordnung.
Ein Blick in die Zukunft
Die Zukunft sieht nicht nur herausfordernd, sondern auch vielversprechend aus. Die Energieversorgung wird durch neue Projekte wie das Biomasse-Kraftwerk der EVN in St. Pölten und die innovative Recyclinganlage von Aurubis in Hamburg vorangetrieben. Brasilien hat gerade neue Klimaziele für COP29 angekündigt, die Netto-Emissionen bis 2035 um bis zu 67 Prozent senken wollen. Das lässt aufhorchen und zeigt, dass Nachhaltigkeit auch auf internationaler Ebene ernst genommen wird.
Kleinere Unternehmen sollten nicht in den Hintergrund geraten. Der Druck, die eigene Nachhaltigkeitsberichterstattung zu digitalisieren und zu strukturieren, wächst. Digitale Tools und Softwarelösungen können hier wertvolle Unterstützung bieten. Das bedeutet, dass sich die Ressourcenknappheit und die Komplexität der Anforderungen nicht nur als Belastung, sondern auch als Chance für eine zukunftsfähige Ausrichtung erweisen können.
Regulatorische Anforderungen werden sich weiterentwickeln, und die Unternehmen sind gut beraten, jetzt schon die Weichen für die Zukunft zu stellen. Die Vorbereitungen sind entscheidend, um im Spiel zu bleiben. Und wer weiß, vielleicht wird der nächste Schritt in der Umsetzung von KI im Nachhaltigkeitsbereich der Schlüssel zu einem grüneren und nachhaltigeren Europa. Man kann nur hoffen, dass das nicht nur ein schöner Traum bleibt!
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