In St. Pölten gibt es zurzeit ordentlich Zoff um die Bäume in der Heidenheimer Straße. Ganze 26 Linden sollen im Zuge von Sanierungsarbeiten gerodet werden. Diese alten Riesen sind stolze 90 Jahre alt und stehen zwischen der Viktor-Adler-Straße und der B20-Mariazeller Straße. Die Stadt plant, die Gehsteige zu erneuern und die Fahrbahnschäden, die durch Wurzelaufbrüche entstanden sind, zu beheben. Ein heikles Vorhaben, das nicht nur die Natur, sondern auch die Gemüter der Bürger erregt.

Die Experten haben sich die Bäume angeschaut und schätzen, dass sie noch etwa zehn Jahre leben können. Doch das scheint nicht auszureichen, um sie vor der Kettensäge zu retten. Eine neue Allee mit 14 Neupflanzungen soll zwar entstehen, doch Susanne Binder-Novak, die parteilose Gemeinderätin, sieht das Ganze skeptisch. Sie hat ein Gutachten des Sachverständigen Rainer Prosenz in Auftrag gegeben, das den Gesamtzustand der Bäume als „gut“ beschreibt. Mängel in Bezug auf Stand- und Bruchsicherheit? Fehlanzeige!

Fällungen unter Beschuss

Die Kritiker der Fällungen, darunter auch Binder-Novak, machen auf unsachgemäße Kappungen mehrerer Bäume aufmerksam. Prosenz sieht keinen Grund für die Fällungen, da die baulichen Maßnahmen keinen Einfluss auf die Bäume haben sollten. Um dem ganzen Durcheinander ein Ende zu setzen, hat Binder-Novak eine Aufsichtsbeschwerde bei der Landesregierung eingereicht und sieht Verletzungen naturschutzrechtlicher Bestimmungen. Ihr Ziel? Eine neue Bewertung und einen „sinnvollen Weg“ fernab der Parteipolitik.

Die Stadt hingegen betont, dass die Qualität von Verkehrs- und Lebensraum durch die Maßnahmen erhöht werden soll. Standsicherheit und Bruchfestigkeit sind für die Verantwortlichen wichtige Kriterien. Ein Ornithologe wurde ebenfalls beauftragt, um den Lebensraum der Vögel zu prüfen. Die Grünen fordern eine Überprüfung der stadtseitigen Annahmen und sehen bis auf weiteres keinen Grund für die Fällungen.

Baumfällung – eine heikle Angelegenheit

Die Abtragung und Fällung von Bäumen ist alles andere als ein Kinderspiel. Auch wenn viele denken, dass es sich hierbei um eine einfache Arbeit handelt, erfordert sie doch viel Erfahrung und Know-how. Sicherheit steht an oberster Stelle! Besonders bei der Baumabtragung, wo ein Baum in kleinen, kontrollierten Stücken von oben nach unten abgetragen wird, ist Fachwissen gefragt. Diese Methode kommt zum Einsatz, wenn nicht genügend Platz vorhanden ist, um den Baum auf einmal zu fällen. Da wird dann Stück für Stück abgeseilt – ganz schön knifflig.

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Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation in St. Pölten entwickeln wird. Die Diskussion um die Linden in der Heidenheimer Straße zeigt einmal mehr, wie eng Natur- und Stadtplanung miteinander verknüpft sind. Ob die neuen Pflanzungen die alten Riesen ersetzen können und ob man die Natur einfach so gegen einen Neubau eintauschen kann – das ist die Frage, die die Bürger bewegt. Und die Antwort darauf scheint noch in den Sternen zu stehen.