Das traurige Ende eines Traditionsvereins: Neulengbachs Fußballgeschichte in der Krise
Es ist ein bitterer Tag für den Fußball in Neulengbach. Der Traditionsverein, der im Jahr 1923 gegründet wurde, hat Insolvenz angemeldet. Dabei war der Club nicht nur ein fester Bestandteil der Region, sondern auch ein Aushängeschild des Frauenfußballs in Österreich. Von 2003 bis 2014 feierte das Frauen-Team unglaubliche Erfolge, holte elf Meistertitel und gewann zehn Cups. Sogar im Jahr 2014 schaffte es die Mannschaft bis ins Champions-League-Viertelfinale. Doch diese glorreichen Zeiten scheinen nun endgültig vorbei zu sein.
Der aktuelle Stand ist düster. 59 Gläubiger haben Forderungen in Höhe von rund 558.000 Euro angemeldet, und der Insolvenzverwalter hat diese weitgehend als berechtigt anerkannt. Die Prüfung und Berichtstagsatzung hat klar bestätigt, dass der Club pleite ist. Das Frauenteam hat den Spielbetrieb eingestellt, und auch die Sektionen für Männerfußball und Jugendarbeit wurden geschlossen. Die Gläubiger können bestenfalls mit einer Quotenzahlung im unteren einstelligen Prozentbereich rechnen. Traurige Aussichten!
Ein Verein in der Krise
Die Probleme begannen nicht über Nacht. Der finanzielle Abstieg des USV Neulengbach nahm seinen Lauf mit dem Aufstieg des Lokalrivalen St. Pölten im Jahr 2015. Die einstige Dominanz auf dem Platz wurde durch eine Reihe von Rückschlägen und der Abwanderung von Sponsoren stark beeinträchtigt. Der Tod des Clubchefs Bruno Mangl im Jahr 2017 war ein schwerer Schlag, der die finanzielle Situation zusätzlich verschlechterte. Plötzlich blieben die Zusagen von Unterstützern aus, und der Verein taumelte in die Krise.
Das Ende scheint nun in Sicht. Am 1. April 2026 wird der Verein endgültig schließen. Cheyenne Ochsenknecht, die Tochter von Uwe Ochsenknecht und seit Sommer 2025 Vereinspräsidentin, konnte trotz aller Bemühungen keine Wende herbeiführen. Auch Trainer Andreas Ogris, der vor zehn Monaten das Zepter übernommen hatte, verlässt den Club. Die Frage, ob die laufende Saison noch zu Ende gespielt werden kann, bleibt offen.
Ein Hoffnungsschimmer?
Dennoch gibt es bereits Pläne für einen Neustart. Die Verantwortlichen im Verein wollen versuchen, den Jugend- und Männerbetrieb zu retten. Sportstadtrat Wolfgang Süss (ÖVP) hat betont, dass eine Zusammenarbeit mit der Stadtgemeinde Neulengbach angestrebt wird, um den Verein vielleicht doch noch aus der Krise zu ziehen. Ein Lichtblick in der Dunkelheit?
Es ist ein trauriges Kapitel in der Geschichte des österreichischen Frauenfußballs. Der USV Neulengbach wird wohl als Mahnmal für die Herausforderungen in der Sportwelt stehen. Die Fans und ehemaligen Spielerinnen, die mit Leidenschaft und Herzblut für den Verein gekämpft haben, können nur hoffen, dass die nächste Generation von Kickerinnen nicht das gleiche Schicksal erleidet. Ein Umbruch ist notwendig, und der Weg dorthin könnte steinig werden.
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