Die letzten Wochen waren für die Feuerwehren im Bezirk Scheibbs eine echte Herausforderung. Die Trockenheit, die uns seit geraumer Zeit begleitet, hat nicht nur die Natur in Mitleidenschaft gezogen, sondern bringt auch die Feuerwehr in Alarmbereitschaft. Während wir auf mehr Regen hoffen, wird die Gefahr von Wald- und Flurbränden immer präsenter. Und das ist kein lokales Phänomen – auch in Deutschland kämpfen Feuerwehren mit einer zunehmenden Anzahl und Größe von Vegetationsbränden. Wer hätte gedacht, dass uns das Wetter so sehr auf Trab halten kann?
Im April fand in Lassing eine beeindruckende Zugsübung des Sonderdienstes Wald- und Flurbrandbekämpfung statt, an der rund 100 Teilnehmer teilnahmen. Hier wurde nicht nur das Löschen von Bränden geübt, sondern auch die Zusammenarbeit mit der Bergrettung im steilen, unwegsamen Gelände. Solche Übungen sind unerlässlich, denn Wald- und Flurbrände sind nicht nur körperlich anstrengend, sondern auch extrem ressourcenintensiv. Mit dem Klimawandel und den damit verbundenen Herausforderungen wird es für die Feuerwehren immer wichtiger, gut vorbereitet zu sein.
Gemeinsam gegen die Flammen
Die Feuerwehren im Bezirk haben reagiert. Ein Sonderdienst zur Wald- und Flurbrandbekämpfung wurde ins Leben gerufen, und die Beschaffung speziell ausgerüsteter Fahrzeuge ist in vollem Gang. So können sie im Ernstfall schneller und effektiver handeln. In den letzten Jahren war die Situation im Bezirk noch relativ überschaubar – doch in benachbarten Regionen kam es häufiger zu Bränden. Da ist es nur verständlich, dass die Feuerwehr auf die Bevölkerung appelliert, sich an die geltenden Waldbrandverordnungen zu halten. Offenes Feuer, Rauchen oder sogar Pyrotechnik haben im Wald und in der Nähe von Waldrändern nichts verloren!
Einsätze über den Katastrophenhilfsdienst führen Kräfte aus Niederösterreich, einschließlich unseres Bezirks, zu größeren Bränden – entweder in der Umgebung oder sogar ins Ausland. So wurde zum Beispiel 2021 nach Hirschwang und zuletzt 2025 nach Nordmazedonien ausgerückt. Diese Einsätze sind freiwillig. Viele Feuerwehrmitglieder nehmen dafür sogar Urlaub. Das zeigt, wie wichtig ihnen der Dienst am Nächsten ist!
Vorbereitung ist alles
Die Herausforderungen, die sich aus der Trockenheit ergeben, sind vielfältig. Ungewöhnlich heiße und trockene Sommer, Sturmschäden und sogar Käferbefall können zu einer erhöhten Brandgefahr führen. In diesem Zusammenhang ist die Vorbereitung der Feuerwehren auf Waldbrandeinsätze entscheidend. Es ist nicht nur wichtig, die Zusammenarbeit zwischen Forst und Feuerwehr zu optimieren, sondern auch präventive Maßnahmen im Wald zu ergreifen. Das Verbundprojekt Waldbrand – Klima – Resilienz, das 2020 ins Leben gerufen wurde, hat genau das zum Ziel: Handlungsempfehlungen für die Prävention und Bekämpfung von Waldbränden zu entwickeln und die Akteure im Umgang mit Vegetationsbränden zu unterstützen.
Das Thema ist also aktueller denn je. Während wir auf den ersehnten Regen warten, bleibt es entscheidend, dass alle zusammenarbeiten. Jeder kann seinen Teil dazu beitragen, sei es durch die Einhaltung der Waldbrandverordnung oder einfach durch ein bisschen mehr Achtsamkeit in der Natur. Denn auch wenn die Feuerwehren gut vorbereitet sind, kann niemand die Natur wirklich kontrollieren.