Ein spannendes Kapitel der österreichischen Raumfahrtgeschichte wird bald aufgeschlagen: GATE Space, ein Start-up der TU Wien, plant 2026 den ersten Einsatz seines eigenen Raketenmotors im Weltall. Dieser wird an Bord einer Rakete von SpaceX, dem Unternehmen von Elon Musk, ins All gebracht. Wie Heute berichtet, haben die Entwicklungen des Antriebssystems drei Jahre in Anspruch genommen und wurden von der Europäischen Weltraumorganisation ESA sowie dem niederösterreichischen Förderprogramm accent Inkubator unterstützt.
Was macht den Antrieb von GATE Space so besonders? Die Triebwerke steuern Satelliten präzise und flexibel und basieren auf patentierten Verfahren sowie einem umweltfreundlichen Treibstoff, der keine zusätzlichen Druckgase wie Helium oder Stickstoff benötigt. Dies vereinfacht den Raketenbetrieb, macht ihn sicherer und kostengünstiger. Das Unternehmen hat bereits mehrere schriftliche Interessensbekundungen aus dem Ausland erhalten und verzeichnete 2024 gleich drei Aufträge von der ESA.
Innovative Technologien für die Raumfahrt
GATE Space hat mit dem GATE Jetpack ein flexibles Mobilitätssystem für den Weltraum entwickelt. Wie die Webseite gate.space erläutert, ermöglicht dieses System schnelle Transfers zwischen verschiedenen Erdorbits, Missionsrekonfigurationen, Kollisionsvermeidung und sogar In-Orbit-Tankstellen. Ein besonderes Plus: Es ist modular und effizient, was die Erweiterung der Satellitenfähigkeiten kostengünstig gestalten kann.
Die Forschung im Bereich alternativer Treibstoffe ist in vollem Gange, wie das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in einem Artikel beschreibt. Chemische Satellitentriebwerke nutzen häufig giftige Treibstoffe wie Hydrazin, was sowohl gesundheitliche als auch umwelttechnische Bedenken aufwirft. Alternative „Green Propellants“ stehen deshalb hoch im Kurs. Das DLR untersucht vielversprechende, umweltfreundliche Lösungen, die vergleichbare Leistung bei geringerem Risiko für Mensch und Umwelt bieten.
Das Interesse an neuen, umweltfreundlichen Technologien ist nicht überraschend, da in der modernen Raumfahrt der Trend zu nachhaltigen Lösungen geht. Mit den Fortschritten im Bereich der Antriebs- und Treibstofftechnologien könnten österreichische Firmen wie GATE Space bald eine Schlüsselrolle im internationalen Raumfahrtmarkt spielen.
Der Blick nach vorne
Franz Viehböck, Österreichs einziger Astronaut, ist als Investor und Unterstützer dieses Projekts eng involviert. Er hebt das technische und unternehmerische Know-how der Gründer von GATE Space hervor. Die Details zur ersten Weltraummission sollen im Sommer 2025 veröffentlicht werden und könnten Österreich als aktiven Teil der internationalen Raumfahrtpositionieren.
Alles in allem scheint es, als könnte der Raketenstart im Jahr 2026 ein echter Durchbruch für die österreichische Raumfahrt darstellen. GATE Space ist gut aufgestellt und zeigt, dass hierzulande das Wissen und die Innovationskraft vorhanden sind, um im „New Space“-Sektor mitzumischen. Bleiben wir gespannt, was die Zukunft bringt!