Heute ist der 4.05.2026, und die Situation rund um Borussia Neunkirchen könnte dramatischer nicht sein. Der einst stolze Verein, der in der Vergangenheit in der Bundesliga spielte, hat in dieser Saison ein beispielloses Debakel erlebt: 12 Spiele, 12 Niederlagen und 0 Punkte. Das Torverhältnis von 4:113 spricht Bände. Es scheint, als ob der Verein in einem Abwärtsstrudel gefangen ist, aus dem es kein Entkommen gibt.
Die Insolvenz, die am Montag offiziell angemeldet wurde, hat wohl das letzte Licht der Hoffnung ausgelöscht. Ein ehemaliger Trainer wird beschuldigt, in seiner Funktion als Abteilungsleiter eines Glasfaser-Unternehmens illegale Geschäfte getätigt zu haben. Die Staatsanwaltschaft Saarbrücken ermittelt, doch sowohl der Verein als auch die Funktionäre sind nicht direkt beschuldigt. Dennoch hat dieser Skandal den Rückzug vieler Sponsoren zur Folge gehabt, was dem Verein finanziell das Genick gebrochen hat. Mehr als 300.000 Euro Schulden lasten auf den Schultern von Borussia Neunkirchen, und die Unterhaltungskosten des Ellenfeld-Stadions machen die Situation nicht besser.
Ein Verein in der Krise
Die sportliche Lage ist prekär. Die letzten Ergebnisse sind kaum zu fassen: 0:11 gegen den FC Marpingen, 0:11 gegen Preußen Merchweiler, und ein 1:12 gegen die SpVgg Quierschied. Die Mannschaft besteht größtenteils aus Reservisten und ist schlichtweg nicht wettbewerbsfähig. Der Vorstand trat am 1. April 2026 geschlossen zurück, und ein dreiköpfiger Notvorstand hat die Zügel übernommen, in der Hoffnung, das Ruder noch herumreißen zu können. Aber die verbleibenden vier Spiele der Saison sind alles andere als vielversprechend.
Stefan Kuntz, der einstige Boss des Hamburger SV und Ehrenbürger von Neunkirchen, verfolgt die Entwicklung seines Heimatvereins mit schwerem Herzen. In Neunkirchen geboren und selbst ein ehemaliger Spieler und Trainer des Vereins, steht er in dieser schweren Zeit in einer besonderen Verbindung zu Borussia. Sein Engagement für den Verein ist unbestritten, doch die Realität ist hart: Kaum noch Sponsoren, kaum noch Hoffnung. Die wirtschaftlichen Grundlagen wurden durch den Wegfall der Sponsorengelder, die in den fünfstelligen Bereich gehen, völlig entzogen.
Der Weg nach vorne?
Die Herausforderungen sind immens. Borussia Neunkirchen plant, gemeinsam mit einem noch zu bestellenden Insolvenzverwalter nach Lösungen für den Fortbestand des Vereins zu suchen. Man betont die Rolle als sozialer Treffpunkt für rund 200 Jugendliche in der Stadt. Doch die Zukunft hängt am seidenen Faden. Laut den Statuten des Saarländischen Fußballverbands gilt der Verein ab der Eröffnung eines Insolvenzverfahrens als Absteiger in die nächste Spielklasse. In der Saarland-Liga steht Borussia Neunkirchen derzeit auf Rang 7 – und das ist alles andere als ein Grund zur Freude.
Es bleibt abzuwarten, ob der Notvorstand die Wende herbeiführen kann. Die Situation hat die Herzen vieler Fans schwer getroffen, und die Frage bleibt: Gibt es für Borussia Neunkirchen noch eine Perspektive? Die letzten Spiele der Saison könnten über das Schicksal des Vereins entscheiden. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt, aber die Realität sieht düster aus.