Im malerischen Breitenfurt, im Bezirk Mödling, brodelt es gewaltig. Ein Streit um die Bebauung einer 10.000 Quadratmeter großen Wiese im Ortszentrum hat die Gemeinde in Aufruhr versetzt. Diese Fläche ist zwar als Bauland gewidmet, doch die tatsächlichen Bedingungen für eine Bebauung sind noch nicht geschaffen. Die Eigentümer haben bereits mehrere gescheiterte Versuche unternommen, ihre Bauprojekte zu realisieren. Zwei Volksbefragungen haben zudem gezeigt, dass die Bevölkerung gegen eine Bebauung ist, was die Situation zusätzlich verkompliziert. Dennoch plant die Gemeinde nun einen Bebauungsplan, der ein Projekt der BIP Immobilienverwaltung GesmbH ermöglichen könnte, wie Bürgermeister Wolfgang Schredl (ÖVP) bestätigt.

Die BIP hat mit einem Ultimatum gedroht: Sollten die Voraussetzungen für das Projekt „Wiesenpark Breitenfurt“ nicht erfüllt werden, könnte die Firma Klage beim Verfassungsgerichtshof einreichen. Rechtsanwalt Michael Mendel, der die BIP vertritt, behauptet, die Freigabevoraussetzungen seien bereits erfüllt. Dies könnte für die Gemeinde weitreichende Folgen haben, da sie ihr Mitspracherecht verlieren könnte und bis zu 690 Wohnungen auf dem Areal entstehen könnten. Der Entwurf für den Wiesenpark sieht unter anderem ein Primärversorgungszentrum, rund 300 Wohneinheiten sowie öffentliche Grünflächen vor. BIP bietet zudem einen Infrastrukturbeitrag von sechs Millionen Euro an, der von den Gegnern des Projekts, unter anderem den Grünen und der Bürgerliste „Zukunft Breitenfurt“, als unzureichend angesehen wird.

Bedenken und Herausforderungen

Die Gegner des Projekts äußern ernsthafte Bedenken, insbesondere in Bezug auf den Hochwasserschutz. Angesichts zunehmender Starkregenereignisse fordern sie ein unabhängiges hydrologisches Gutachten. Der Bürgermeister warnt vor den Risiken für die Gemeinde und dem möglichen Verlust des Infrastrukturbeitrags. Der Bebauungsplan wird ab Freitag für sechs Wochen öffentlich ausgelegt und muss vom Gemeinderat beschlossen werden. Derzeit zeichnet sich im Gemeinderat eine knappe Mehrheit für den Bebauungsplan ab.

Zusätzlich zu den bestehenden Plänen hat die BIP den ursprünglichen Entwurf des Wiesenparks für 2024 überarbeitet. Der neue Entwurf für 2025 sieht eine Reduzierung der Wohnhäuser von 16 auf 15 vor, wobei die Bruttogrundfläche von 36.407 m² unverändert bleibt. Die Anzahl der Wohnungen bleibt bei etwa 300, jedoch wird die Anzahl der Geschosse bei mehreren Häusern erhöht. Ein weiterer Bestandteil des Projekts ist eine geplante Seniorenresidenz mit betreutem Wohnen, ein Wunsch vieler Gemeindevertreter:innen.

Klimawandel und kommunale Verantwortung

Die Diskussion um das Bauprojekt findet vor dem Hintergrund des Klimawandels statt. Zunehmende Flutkatastrophen, wie im Ahrtal im Juli 2021, machen deutlich, dass Kommunen dringend Anpassungsmaßnahmen ergreifen müssen. Extremwetterereignisse nehmen zu und stellen eine Herausforderung für die Gemeinden dar, die sowohl mit Fließgewässern als auch mit versiegelten Flächen umgehen müssen. Das Konzept der „Schwammstadt“ könnte hier als Ansatz dienen, um Niederschlags- und Hochwassermanagement besser zu gestalten. Nach den Vorschriften des Baugesetzbuches (BauGB) gibt es verschiedene Festsetzungsmöglichkeiten, um Flächen für Rückhaltung und Versickerung von Niederschlagswasser zu schaffen und Hochwasserschutzmaßnahmen zu implementieren.

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Es ist entscheidend, dass die Gemeinde frühzeitig die Öffentlichkeit in die Planungen einbezieht, um Widerstand zu minimieren und die Akzeptanz der Maßnahmen zu fördern. Die Auseinandersetzung um den Wiesenpark Breitenfurt ist also nicht nur ein Streit um Wohnraum, sondern auch ein Beispiel für die Herausforderungen, die der Klimawandel an die Kommunen stellt und die Notwendigkeit, beim Städtebau vorausschauend zu handeln. Mehr Informationen zu den aktuellen Entwicklungen finden Sie in der Quelle des Kuriers und auf der offiziellen Webseite des Wiesenparks Breitenfurt.