Im Herzen von Melk schreitet die Restaurierung der beeindruckenden Stiftsbibliothek mit großen Schritten voran. Seit 2022 wird an diesem ehrgeizigen Projekt gearbeitet, das bis 2032 abgeschlossen sein soll. Aktuell befindet sich die Restaurierung in der fünften Etappe, die sich ganz den barocken Prunkräumen der rund 300 Jahre alten Bibliothek widmet. Jährlich zieht die Bibliothek über 450.000 Besucher an, die sich von der kunstvollen Ausstattung und der historischen Atmosphäre verzaubern lassen.
Die Bibliothek ist nicht nur ein Ort des Wissens, sondern auch ein Raum des Glaubens und der Forschung. Abt Ludwig Wenzl OSB hebt immer wieder die große Bedeutung dieser Stätte hervor. „Hier wird nicht nur gelesen, hier wird auch gedacht und geforscht“, sagt er. Während der nächsten zwei Jahre stehen umfassende Restaurierungsarbeiten an, die Wand- und Deckengemälde, Holzregale, vergoldete Zierelemente und den Buchbestand umfassen. Ziel dieser Maßnahmen ist es, das kulturelle Erbe für kommende Generationen zu sichern und die originale Substanz der Bibliothek zu bewahren.
Finanzierung und Unterstützung
Das gesamte Restaurierungsprojekt umfasst Investitionen von rund 12 Millionen Euro, die sich über elf Jahre erstrecken. Die Kostenverteilung ist klar strukturiert: 47 % trägt das Stift Melk, 25 % das Land Niederösterreich, 15 % der Bund, 10 % der Förderverein Ex Litteris Immortalitas und 3 % die Stadtgemeinde Melk. Für die fünfte Bauetappe, die mit 1,7 Millionen Euro zu Buche schlägt, konnte der Förderverein bereits rund 100.000 Euro an Spenden sammeln, unterstützt von zwei Großspendern und etwa 150 Buchpaten.
Das Engagement der Gemeinschaft für die Bibliothek ist beeindruckend. Erwin Hameseder, Präsident des Fördervereins, zeigt sich optimistisch, dass die benötigten Spenden auch weiterhin gesammelt werden können. „Wir sind auf einem guten Weg“, so Hameseder. Die Restaurierungsarbeiten erfolgen jedoch nicht nur im Innenbereich; auch im Außenbereich werden Maßnahmen umgesetzt, und das Brandschutz- sowie Klimakonzept wird auf den neuesten Stand gebracht, ohne das barocke Erscheinungsbild zu beeinträchtigen.
Ein Blick in die Zukunft
Am 22. April 2026 tagte das Kuratorium des Restaurierungsprojekts im Stift Melk, um die nächste Bauetappe sowie deren Finanzierung zu beschließen. Vertreter des Landes Niederösterreich, des Bundesdenkmalamtes, des Fördervereins, der Bezirkshauptmannschaft und der Stadtgemeinde waren anwesend. Abt Ludwig Wenzl äußerte sich positiv über den Beschluss und betonte die Bedeutung des gemeinsamen Engagements aller Beteiligten. Die Bibliothek bleibt während der Restaurierungsarbeiten weitgehend zugänglich, um den Prozess für die Besucher nachvollziehbar zu machen.
Die laufenden Arbeiten sind nicht nur eine technische Herausforderung, sondern auch ein wichtiges Zeichen für die Denkmalpflege und den Tourismus in der Region. Hofrat Mag. Hermann Dikowitsch, Leiter der Abteilung Kunst und Kultur des Landes NÖ, hebt die umfassende Bedeutung des Projekts hervor. „Hier wird Geschichte erlebbar gemacht“, sagt er und betont, wie wichtig es ist, diese kulturellen Schätze zu bewahren.
Die fünfte Etappe der Restaurierung stellt somit nicht nur einen Fortschritt in der Erhaltung der Stiftsbibliothek dar, sondern auch einen bedeutenden Schritt in der Wahrung des kulturellen Erbes für die kommenden Generationen. Die Bibliothek bleibt ein Ort, an dem Geschichte, Kunst und Wissen aufeinandertreffen – und das wird auch in Zukunft so bleiben.