Traisen im Wandel: Von Stamberg zu Feichtinger – Ein Blick auf die kommunale Geschichte und die Zukunft der Frauen in der Politik
Die Marktgemeinde Traisen hat eine lange und bewegte Geschichte, die in der Bürgermeistergalerie eindrucksvoll dokumentiert wird. Über 100 Jahre kommunalpolitische Entwicklungen sind hier festgehalten. Der erste dokumentierte Bürgermeister war Gottfried Stamberg, der von 1923 bis 1934 und dann noch einmal von 1945 bis 1958 die Amtsgeschäfte führte. Seit den 1920er-Jahren haben viele verschiedene Persönlichkeiten die Geschicke der Gemeinde geleitet. Eine spannende Reise durch die Zeit, die zeigt, wie sich die Verantwortlichkeiten und Herausforderungen im Laufe der Jahrzehnte verändert haben.
Nach Stamberg folgten unter anderem Josef Eichberger und Hans Lehr, gefolgt von Friedrich Eigler, Hubert Teichmann, Franz Lettner und Erich Kalteis, der von 1968 bis 1993 im Amt war. Alfred Krickl übernahm dann von 1993 bis 1995 und Herbert Thumpser jun. führte die Gemeinde von 1995 bis 2023. Es ist bemerkenswert, wie sich in Traisen die politische Landschaft entwickelte – und nun, im Jahr 2023, wurde Monika Feichtinger zur ersten Frau in dieser Position gewählt, was einen bedeutenden Schritt in der kommunalen Politik darstellt. Ihre Amtszeit endet 2025, und sie hat bereits angekündigt, nach der nächsten Gemeinderatswahl als Vizebürgermeisterin zur Verfügung zu stehen.
Ein Abschied und ein Neuanfang
Monika Feichtinger leitete kürzlich ihre letzte Gemeinderatssitzung als Bürgermeisterin. Die Stimmung war gemischt, voller Dankbarkeit und ein wenig Wehmut. In dieser Sitzung wurde der Voranschlag für 2025 einstimmig beschlossen – ein wichtiger Schritt für die Zukunft der Gemeinde. Auch die Finanzierung der neuen Aufbahrungshalle war ein Thema, das die Anwesenden beschäftigte. Es ist immer wieder spannend zu sehen, wie solche Entscheidungen das alltägliche Leben der Menschen beeinflussen.
Mit dem Ende ihrer Amtszeit wird Ing. Gerhard Fügl, der Bauamtsleiter, am 26. Januar als SPÖ-Spitzenkandidat antreten. Es wird interessant sein zu beobachten, wie er die Tradition fortsetzt und neue Impulse setzt. Der Wechsel an der Spitze bringt natürlich immer frischen Wind mit sich, und wir dürfen gespannt sein, in welche Richtung sich die Gemeinde entwickeln wird.
Frauen in der Kommunalpolitik – ein herausforderndes Feld
Ein Blick auf die Zahlen zeigt, dass der Frauenanteil in der Kommunalpolitik in Österreich steigend, aber noch lange nicht optimal ist. Aktuell beträgt der durchschnittliche Frauenanteil in den Gemeinderäten 26%, in Niederösterreich immerhin 29%. Es ist erfreulich zu sehen, dass in vielen Gemeinden bereits Vizebürgermeisterinnen tätig sind, doch der Weg zur Gleichstellung ist noch weit. Die Herausforderungen sind vielfältig. Kinderbetreuungspflichten und unbezahlte Care-Arbeit sind oft Gründe, warum Frauen ihre politischen Engagements häufig zurückstellen müssen. Ein Umstand, der dringend angegangen werden sollte.
Die Erhebung der AK Niederösterreich weist darauf hin, dass etwa 75% der (Vize-)Bürgermeisterinnen Vereinbarkeitsprobleme als Grund für den niedrigen Frauenanteil nennen. Hier wäre es wichtig, durch gezielte Maßnahmen, wie den Ausbau von Kinderbetreuungseinrichtungen oder die Einführung von Quotenregelungen, die politische Landschaft zu verändern. Ein Mentoring-Programm in Niederösterreich wurde bereits ins Leben gerufen, um Frauen in der Politik zu unterstützen. Solche Initiativen sind entscheidend, um die Sichtbarkeit von Frauen in der Kommunalpolitik zu erhöhen und das öffentliche Bild zu verändern.
Es bleibt zu hoffen, dass die nächsten Wahlen in Traisen und darüber hinaus nicht nur neue Gesichter bringen, sondern auch eine breitere Vertretung aller Bevölkerungsschichten ermöglichen. Der Weg zur Gleichstellung in der Politik ist steinig, aber jeder Fortschritt zählt.
