Marillenknödel und kulinarische Geheimnisse: Ein Besuch im Tschecherl
In der Maxvorstadt gibt es einen neuen Stern am Gastro-Himmel: Felix Haiderer, erst 27 Jahre jung, hat die Küchenleitung im „Östro“ Das Tschecherl übernommen. Und was bringt der Mann aus Krems an der Donau, dem „Tor zur Wachau“, mit in seine Küche? Die Wachauer Marille, die während ihrer kurzen Sommer-Saison die Geschmäcker verzaubert! Erinnert ihr euch an die Zeit, als die Marillen frisch und saftig waren? Haiderer hat als Kind seiner Großmutter beim Einkochen zugesehen und diese Erinnerungen prägen seine Kochkunst. Besonders die Marillenknödel sind ihm eine „Chefsache“ – und das merkt man!
Die Zubereitung dieser Delikatesse ist ein wahres Kunstwerk: Haiderer schlägt zwei Marillenhälften mit Würfelzucker in den Teig ein und lässt sie dann 14 Minuten in einem Wasserbad mit Zimt, Rum und Zitrone köcheln. Das Ergebnis? Ein himmlisches Dessert, serviert mit Butterbröseln, Puderzucker und brauner Butter! Mmmh, da läuft einem das Wasser im Mund zusammen. Diese Köstlichkeit ist bis Mitte August erhältlich und gehört unbedingt auf die To-Do-Liste eines jeden Gourmets in München.
Leichte und feine Gerichte
Doch das ist nicht alles! Haiderer hat auch noch weitere kreative Gerichte auf der Speisekarte, wie das Saltimbocca vom Stör oder den „Wiener Bröselkarfiol“ mit Salsa Verde. Hier wird klar: „leicht und fein“ ist nicht nur ein Motto, sondern ein Versprechen. Die Zubereitung ist aufwendig, aber jeder Bissen lohnt sich! Übrigens, die Zubereitung des Marillenknödelteigs sorgt unter Österreichern für hitzige Diskussionen: Während Haiderer auf Topfen setzt, schwört Tschecherl-Betreiber Jürgen Wolfsgruber auf Erdäpfel. Ein kleiner, aber feiner Streit in der Welt der österreichischen Knödel.
Für die, die es lieber herzhaft mögen, gibt’s in der Münchner Gastro-Szene auch das Bozner Schüttelbrot. Bei Hurtig in der Reichenbachstraße findet man zwölf verschiedene Sorten, die von klassisch bis süß reichen. Und für nur 3,30 bis 3,90 Euro kann man sich eine interessante Auswahl zusammenstellen. Fink’s Knödelküche serviert das Schüttelbrot zum Brotzeitbrettl und verkauft es ebenfalls in München. Die Kombination aus Schüttelbrot, Kaminwurzen, Apfelsaft und Weinen aus Südtirol lässt das Herz eines jeden Feinschmeckers höher schlagen!
Tradition trifft Innovation
Zurück zu den Marillenknödeln – sie sind nicht nur ein köstliches Dessert, sondern auch ein Stück Tradition. Oma Elisabeth, eine resolute Frau voller Energie, zeigt uns, wie tief verwurzelt diese Köstlichkeit in unserer Kultur ist. In ihrer alten Schürze spricht sie über die Zeiten, als Marillen rar und Kartoffeln immer verfügbar waren. Ihre Kombination aus Kartoffeln und Marillen ist nicht nur ein Rezept, sondern auch ein kulinarischer Schatz, der Freunde und Nachbarn anzieht. Und genau das macht das Kochen so besonders: Es geht um die Verbindung zwischen Feld und Teller, um Dankbarkeit für die einfachen Dinge im Leben.
Natürlich kann man auch mit anderen Früchten experimentieren: Zwetschgen für die Herbstknödel, Erdbeeren für frühlingshafte Kreationen oder sogar Kirschen, karamellisiert für den Sommer. Und für die Schokoladenliebhaber gibt’s sogar die Möglichkeit, Schokoladenstückchen in den Teig einzuarbeiten. So wird jeder Knödel zu einem persönlichen Kunstwerk.
So viel Genuss, so viel Tradition – und das alles in unserer geliebten Region. Wenn ihr also noch keinen Plan für den Sommer habt, auf ins Tschecherl und die Marillenknödel probieren! Wer weiß, vielleicht entdeckt ihr euer neues Lieblingsgericht. Die Zeit läuft, denn die Marillen sind nur bis Mitte August zu haben!
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