In Korneuburg, wo der Alltag oft von der Hektik des Lebens geprägt ist, gibt es Menschen, die sich mit ganzem Herzen um die Pflegebedürftigen kümmern. Margit Hermentin ist eine von ihnen. Die engagierte Pflegeexpertin und Gründerin der Vermittlungsagentur Gutbetreut.at hat nicht nur eine beeindruckende Karriere hinter sich, sondern bringt auch persönliche Erfahrungen in die Pflege ein. Ihre Reise begann, als sie plötzlich die Betreuung ihrer Großmutter übernehmen musste — ein Moment, der ihr die Augen für die Herausforderungen öffnete, die viele Familien erleben, wenn es um die Pflege ihrer Angehörigen geht.

Im Jahr 2007 trat das Personenbetreuungsgesetz in Kraft, und es ist kein Zufall, dass der Österreichische Tag der Personenbetreuung genau an diesem Datum gefeiert wird. Margit hat die Agentur 2012 gegründet, um Menschen in ihrer gewohnten Umgebung zu unterstützen. Doch trotz der positiven Ansätze gibt es auch Schattenseiten: Die staatliche Förderung für die 24-Stunden-Betreuung, die von 2007 bis 2022 bei 550 Euro pro Monat lag, wurde 2023 auf 640 Euro und schließlich auf 800 Euro erhöht. Hermentin ist jedoch der Meinung, dass diese Erhöhung nicht ausreicht, um den jahrelangen Wertverlust auszugleichen. Sie kritisiert, dass die unzureichende Finanzierung oft dazu führt, dass Menschen ohne medizinische Notwendigkeit in teurere Pflegeheime gedrängt werden.

Die finanziellen Hürden der 24-Stunden-Pflege

Die Realität der 24-Stunden-Pflege in Österreich sieht ganz anders aus. Die monatlichen Kosten schwanken zwischen 2.500 und 3.500 Euro – eine Summe, die für viele Familien kaum zu stemmen ist. Dabei setzen sich die Kosten aus verschiedenen Faktoren zusammen: dem Gehalt der Pflegekraft, das zwischen 1.600 und 2.000 Euro liegt, sowie Vermittlungsgebühren von 300 bis 600 Euro und weiteren Nebenkosten. Und das alles, während die Einkommensobergrenze für die staatliche Förderung seit der Einführung des Gesetzes bei 2.500 Euro verharrt – ein Umstand, der viele in die Bredouille bringt.

Aber wie sieht die Unterstützung wirklich aus? Das Pflegegeld reicht von 347 Euro für Pflegegrad 2 bis zu 990 Euro für Pflegegrad 5. Dieses Geld kann zwar zur Finanzierung der 24-Stunden-Betreuung verwendet werden, doch es ist oft nicht genug, um die tatsächlichen Kosten zu decken. Und wenn Angehörige ausfallen, stehen Familien oft vor dem Dilemma, wo sie einen Ersatz finden sollen. Verhinderungs- und Kurzzeitpflege leisten zwar Entlastung, doch auch hier sind die finanziellen Zuschüsse oft begrenzt: maximal 1.685 Euro pro Jahr für Verhinderungspflege.

Qualität in der Betreuung

Die Suche nach einer qualitativ hochwertigen und leistbaren Betreuung ist nicht einfach, doch in Österreich gibt es knapp 40 Vermittlungsagenturen, die das Österreichische Qualitätszertifikat für 24-Stunden-Betreuung (ÖQZ-24) tragen. Gutbetreut.at ist eine davon. Margit Hermentin hebt hervor, wie wichtig es ist, dass pflegebedürftige Menschen in ihrer vertrauten Umgebung bleiben können, ohne dass dies zum Luxusgut wird. Ihrer Meinung nach müssen die Honorare für Betreuungskräfte angemessen sein, um die Qualität der Pflege zu sichern und gleichzeitig Familien zu entlasten.

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Eines ist klar: Die Organisation der Pflege erfordert frühzeitige Information und professionelle Beratung. Viele wissen oft nicht, welche Fördermittel ihnen zustehen oder wie sie die Anträge richtig stellen können. Dabei ist es wichtig, alle notwendigen Unterlagen wie Nachweise über den Pflegegrad und Einkommens- und Vermögensnachweise bereitzuhalten. Der Weg zur optimalen Pflege kann steinig sein, aber er ist nicht unmöglich.

Wie die Zukunft aussieht, bleibt abzuwarten. Doch eines ist sicher: Die Stimmen von Menschen wie Margit Hermentin sind entscheidend, um Veränderungen anzustoßen und darauf hinzuarbeiten, dass die 24-Stunden-Betreuung in Österreich für alle leistbar bleibt. In einem Land, in dem die Bevölkerung immer älter wird, müssen wir uns diesen Herausforderungen stellen – gemeinsam und entschlossen.

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