Am 9. März 2026 fand am Hauptplatz in Korneuburg eine besondere Aktion der SPÖ statt. Anlässlich des Weltfrauentages suchte die Partei den Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern, um wichtige Themen wie Einkommensgerechtigkeit, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie den Schutz vor Gewalt in den Vordergrund zu rücken. Frauen stellen mehr als die Hälfte der Bevölkerung dar, doch in politischen Spitzenpositionen sind sie nach wie vor unterrepräsentiert. In Österreich sind nur etwa 12 % der Bürgermeister:innen weiblich. SPÖ-Vizebürgermeisterin Bernadette Haider-Wittmann äußerte bei diesem Anlass die dringende Notwendigkeit, dass Frauen auf Gemeindeebene aktiv mitgestalten und Verantwortung übernehmen.

Die SPÖ Korneuburg hat sich zum Ziel gesetzt, strukturelle Verbesserungen und gezielte Förderungen für Frauen zu schaffen. Für das gesamte Jahr sind zahlreiche Veranstaltungen geplant, darunter regelmäßige Frauenfrühstücke, Gesundheits-Events, eine nachhaltige Kleidertauschbörse, ein monatliches Babycafé und ein Frauenadventmarkt. Haider-Wittmann betonte, dass Frauenpolitik ein ganzjähriger Auftrag sei und nicht nur auf einen speziellen Tag beschränkt werden sollte. Diese Initiativen sind ein Schritt in die richtige Richtung, um die Sichtbarkeit und Teilnahme von Frauen in der Politik zu erhöhen.

Frauen in der Politik – Ein bundesweites Problem

Ein Blick über die Grenzen von Korneuburg hinaus zeigt, dass das Problem der Unterrepräsentation von Frauen in der Politik nicht nur lokal, sondern auch in ganz Deutschland und darüber hinaus besteht. 100 Jahre nach der Einführung des Frauenwahlrechts sind Frauen in Politik und Parlamenten weiterhin unterrepräsentiert. So beträgt der Frauenanteil im Deutschen Bundestag (Stand März 2025) lediglich 32,4 %, während der durchschnittliche Frauenanteil in Landesparlamenten bei 33,2 % und in Kommunalparlamenten bei 30,5 % liegt. Besonders alarmierend ist der Frauenanteil im Bürgermeisteramt, der nur bei 13,5 % liegt, was bedeutet, dass weniger als jede siebte Gemeinde von einer Frau geleitet wird (BMBF).

Die Haupthindernisse für Frauen in der Politik sind vielfältig. Dazu zählen die Vereinbarkeit von Amt, Familie und Beruf, eine männlich dominierte politische Kultur sowie spezifische Wahlgesetze und Unterschiede in den Parteistatuten. Zudem berichten 40 % der Politikerinnen von sexueller Belästigung im politischen Umfeld, bei unter 45-Jährigen sind es sogar 60 %. Um diesen Herausforderungen entgegenzuwirken, gibt es verschiedene Programme zur Unterstützung von Frauen in der Politik, wie beispielsweise das „Kommunale Aktionsprogramm – Frauen in der Politik“ und das Helene-Weber-Kolleg, das Mentoring-Programme, Coaching und Vernetzungsangebote bereitstellt.

Ein Weckruf für mehr Gleichstellung

Die aktuelle Situation zeigt, dass es dringend notwendig ist, Maßnahmen zur Erhöhung des Frauenanteils in der Politik zu ergreifen. So wurde am 1. Dezember 2024 das Projekt „Frauen. Vielfalt. Politik. Demokratie vor Ort gestalten“ gestartet, mit dem Ziel, den Frauenanteil in der Politik zu erhöhen. Die Initiative fokussiert sich auf vier zentrale Handlungsfelder: Informieren und Kommunizieren, Wissenstransfer und Fachberatung, Vernetzung und Empowerment sowie die gezielte Ansprache ländlicher Räume (Bundesstiftung Gleichstellung).

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Die Ausstellung „Mütter des Grundgesetzes“ würdigt zudem das Engagement von Frauen im Parlamentarischen Rat von 1948/49 und thematisiert die gegenwärtige Lage der Frauen in der Politik. Es ist an der Zeit, dass wir alle unseren Teil dazu beitragen, die Gleichstellung von Frauen in der politischen Landschaft voranzutreiben und die Stimme der Frauen in der Gesellschaft zu stärken. Nur durch gemeinsames Handeln kann eine gerechtere und ausgewogenere politische Vertretung erreicht werden.