In Korneuburg, wo die Donau sanft entlangplätschert und die Stadt ein bisschen wie eine gemütliche Nachbarschaft wirkt, gibt es derzeit einen ganz besonderen Aufreger. Der SIGNA-Konzern, der groß mit einem neuen Stadtteil auf einem 15 Hektar großen Areal an der ehemaligen Werft an der Donau auftrumpfen wollte, hat sich in einem finanziellen und bürokratischen Fiasko verstrickt. Geplant war, Wohnraum für etwa 1.500 Menschen zu schaffen und dafür eine halbe Milliarde Euro zu investieren. Doch das große Projekt, das viele Hoffnungen weckte, wurde jetzt endgültig beerdigt.
Die Hafen Korneuburg Immobilien GmbH & Co KG, die für das Projekt verantwortlich war und zur SIGNA Development Selection AG gehört, ist pleite. Die Schulden betragen stolze 40 Millionen Euro – und das ist kein Pappenstiel. Ein Konkursantrag wurde bereits beim Handelsgericht Wien eingereicht. Das klingt fast wie ein Drehbuch für einen düsteren Film, oder? Die finanzierenden Banken haben den Kredit fällig gestellt, und da wird’s für die Gläubiger, die in das Projekt investiert hatten, richtig bitter. Manche von ihnen sitzen jetzt auf einem Berg von Schulden, die sich auf zehn Unternehmen verteilen. Man fragt sich, wo das alles enden soll.
Die bürokratischen Hürden
Was die ganze Sache noch komplizierter macht, ist der hohe behördliche Aufwand, der für andere Wohnprojekte genutzt hätte werden können. Das UVP-Verfahren (Umweltverträglichkeitsprüfung), das mittlerweile eingestellt wurde, hat die Verantwortlichen anscheinend mehr Zeit und Nerven gekostet, als ursprünglich geplant. Im Frühjahr 2025 wurde das Projekt offiziell eingestellt, nachdem die Stadt und die Projektgesellschaft das Verfahren zurückzogen. Ein Bausperre des Gemeinderats tat ihr Übriges, um den Traum vom neuen Stadtteil zu begraben.
Die Insolvenz von SIGNA Holding GmbH, die am 29. November 2023 im Rahmen eines Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung angemeldet wurde, hat sich nicht nur auf die betroffene Gesellschaft ausgewirkt. Brancheninsider warnen vor den langfristigen Folgen für das Image der Immobilienwirtschaft. Wenn man sich umhört, merkt man schnell, dass die Stimmung in der Branche angespannt ist. Es gibt Stimmen, die fordern, dass die Verantwortlichen für diese missratene Situation zur Rechenschaft gezogen werden sollten.
Auswirkungen auf die Immobilienbranche
Die derzeitige Situation zeigt sich auch in einem aktuellen Insolvenzreport von Falkensteg. Im ersten Quartal 2025 gab es eine volatile Entwicklung der Insolvenzen im Immobiliensektor. Während sich das Bauhauptgewerbe stabilisiert, bleibt die Lage bei Ausbauunternehmen und Immobiliendienstleistern angespannt. Es gibt einen leichten Rückgang bei den Insolvenzen im Bau von Immobilien, doch die Zahl liegt noch immer unter dem langfristigen Durchschnitt. Das lässt einen schaudern, wenn man bedenkt, wie viele Menschen auf der Suche nach Wohnraum sind.
Christian Alpers von Falkensteg spricht von einer „Verschiebung der Marktmechanik“ innerhalb der Wertschöpfungskette. Projektstopps und eine allgemeine Zurückhaltung bei Investitionen machen den nachgelagerten Akteuren das Leben schwer. Und ohne eine Verbesserung der Zins- und Finanzierungsbedingungen ist nicht mit einer Trendwende zu rechnen. Ein bisschen wie ein Teufelskreis, oder? Man fragt sich, wohin das alles führen soll.
Eines ist sicher: Der Fall SIGNA wird noch lange nachhallen und viele in der Branche zum Nachdenken anregen. Korneuburg bleibt vorerst ein Ort voller Fragen und Unsicherheiten, während die Stadt und ihre Bürger auf eine Lösung hoffen, die vielleicht irgendwann kommen mag.