Ein ganz besonderer Abend in Retz! Die Premiere der Barockoper „Judith & Holofernes“ von Alessandro Scarlatti hat das Festival Retz 2026 mit einem fulminanten Auftakt eröffnet. In der Stadtpfarrkirche St. Stephan, die bis auf den letzten Platz gefüllt war, wurde ein fesselndes Stück aufgeführt, das die Zuschauer von der ersten bis zur letzten Minute in seinen Bann zog. Unter der musikalischen Leitung von Luca De Marchi und der Regie von Hartmut Schörghofer wurde die alte Geschichte von Macht und Ohnmacht, von Verführung und Verantwortung lebendig. Judith, gespielt von der talentierten Carolina Lippo, hat das Publikum mit ihrem außergewöhnlichen Sopran und ihrem psychologischen Gespür tief berührt.

Die Handlung führt uns nach Betulia, wo Judith alles riskiert, um ihr Volk zu retten. Ihre Entschlossenheit, Holofernes, den feindlichen Anführer, zu überlisten und zu töten, ist nicht nur ein Akt des Mutes, sondern auch ein eindringliches Beispiel für die Herausforderungen, die Frauen in Machtspielen gegenüberstehen. Die emotionalen Szenen, untermalt von einem bewegenden Klang, der unter anderem durch den Bewegungschor aus Freiwilligen aus dem Retzer Land verstärkt wurde, sorgten für eine Atmosphäre, die zum Greifen nah war. Ein großes Lob geht an Dirigent Luca De Marchi, dessen Rekonstruktion der Originalfassung von 1697 auf der einzigen erhaltenen Handschrift im King’s College London basiert. Er wurde für den Klang und die musikalische Umsetzung besonders gewürdigt.

Ein Fest der Kreativität

Intendant Christian Baier lobte nicht nur das Ensemble, sondern auch die künstlerische Umsetzung, die eine spannende Kombination aus analoger Darstellung und digitalem Bühnendesign bot. Die Lichttechnik von Martin Knaupp setzte Akzente, die das Geschehen auf der Bühne wunderbar unterstützten. Der Abend war nicht nur ein Fest der Musik, sondern auch der Kreativität – ein Zeichen für die kulturelle Besinnung, die das Festival Retz seit seiner Gründung prägt.

Unter den Gästen waren auch einige prominente Gesichter, darunter Landtagsabgeordneter Richard Hogl, der ehemalige Landeshauptmann Erwin Pröll und Bürgermeister Stefan Lang. Die Patenschaft für die Premiere übernahm Gemeinderat Christian Schiemer, was die Bedeutung dieses Ereignisses zusätzlich unterstrich. Die Barockoper, die im 19. Jahrhundert fast in Vergessenheit geriet, feiert im 21. Jahrhundert eine beeindruckende Renaissance. Diese Wiederentdeckung ist nicht nur ein Zeichen für ein wachsendes Interesse an historischen Werken, sondern auch für die Kreativität, die in der Inszenierung dieser Stücke steckt.

Ein Blick in die Zukunft

Das Festival wird noch bis zum 26. Juli 2026 weitere Aufführungen bieten, und es bleibt zu hoffen, dass viele Besucher die Gelegenheit wahrnehmen, diese bewegende Geschichte live zu erleben. In einer Zeit, in der Themen wie Widerstand und Zivilcourage immer wichtiger werden, passt das Leitmotiv des Festivals „HANDELN!“ perfekt. Es ist eine Einladung, sich mit den Herausforderungen auseinanderzusetzen, die das Leben uns stellt. Judiths Geschichte ist mehr als nur ein historisches Drama – sie ist ein zeitloses Beispiel für Mut und Entschlossenheit. Und das lässt uns alle aufmerken – auch in unserem täglichen Leben.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Mit der Umstellung auf VeloCore vereint unser Magazin herausragende Performance und konsequente Barrierefreiheit. Schnelle Ladezeiten und optimale Core Web Vitals treffen auf eine vollständige WCAG-2.1- und BITV-2.0-konforme Umsetzung – realisiert durch Daniel Wom ohne Kompromisse.