In Schwäbisch Gmünd tut sich was. Die Arbeitsrichterin Katharina Görke hat den ersten Gütetermin zur Anfechtung der Betriebsratswahl bei der Robert Bosch GmbH beendet. Das Ganze hat ordentlich Wellen geschlagen – die Antragsteller, darunter Mustafa Simsek von der Liste „Freie Metaller“, stehen jetzt unter Druck. Sie müssen glaubhaft machen, warum die Wahl für unwirksam erklärt werden soll. Der Betriebsrat und das Unternehmen müssen darauf reagieren. Die nächste Verhandlungsrunde findet in Aalen statt. Spannend bleibt auch die Frage, wie es mit dem Stellenabbau weitergeht: Bis 2030 sollen rund 1.900 von über 3.400 Stellen in Gmünd gestrichen werden. Und das, obwohl Bosch einen Auftrag von Volkswagen verloren hat, was die Pläne zum Stellenabbau in Frage stellt. Ein gewaltiger Umbruch steht also bevor!
Bei der Betriebsratswahl am 11. März hat die Liste „Team RB GmbH“, angeführt von Claudio Bellomo und Andreas Reimer, mit 55% der Stimmen und 13 von 23 Sitzen ordentlich abgesahnt. Doch die „Freien Metaller“, die von Simsek vertreten werden, haben die Unterstützung von mehreren Hundert Arbeitern, die sich gegen diese Wahl aussprechen. Interessant ist, dass die IG Metall hinter den Kulissen nicht unbedingt auf der Seite von Simsek steht. Bellomo und Reimer, die ihre eigene Liste aufgestellt haben, haben die IGM-Liste geschwächt. Außerdem wurde die Liste „Freie Metaller“ von dem Wahlvorstand unter Hakan Birlik und Heike Mucha nicht zur Wahl zugelassen. Da hat wohl jemand die Spielregeln etwas verdreht.
Die Wahlen in Feuerbach und die IG Metall
<pWährenddessen zeigt sich die IG Metall an einem anderen Standort, in Feuerbach, von ihrer starken Seite. Dort wurde die Betriebsratswahl 2026 im Zeitraum vom 17. bis 19. März abgeschlossen. Mit einer Wahlbeteiligung von 51,6% konnten 6.010 Beschäftigte ihre Stimme abgeben. Und das Ergebnis? Ein klares Bekenntnis zur IG Metall: Sie erhält 84,62% der Stimmen und stellt künftig 33 von 39 Mandaten im Betriebsrat. Frank Sell, der Betriebsratsvorsitzende und Listenführer, hat sich eine höhere Wahlbeteiligung gewünscht – ein kleiner Hinweis darauf, dass nicht alles Gold ist, was glänzt.
Doch wie verhält es sich mit den Rechten der Betriebsräte in dieser turbulenten Zeit? Der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann hat die Entwicklungen in Bezug auf Betriebsräte kritisiert. Er sieht die Rolle der Betriebsräte als entscheidend für gute Arbeitsbedingungen an. Tatsächlich war der Einsatz von Betriebs- und Personalräten während der Corona-Pandemie von großer Bedeutung für den Gesundheitsschutz der Beschäftigten. Es ist klar, dass die Mitbestimmung in Zeiten von Digitalisierung und fortschreitender Automatisierung mehr denn je gefragt ist. Das Betriebsrätemodernisierungsgesetz, das überfällige Verbesserungen verspricht, sorgt für Aufbruchstimmung – aber auch für Skepsis.
Die nächste Verhandlungsrunde in Aalen wird zeigen, wie die Situation weitergeht. Simsek und seine Mitstreiter haben die Möglichkeit, Beweise für Druck auf die Mitarbeiter und ungleiche Wahlwerbung vorzulegen. Die Differenz von 500 Stimmen zwischen dem vorläufigen und endgültigen Wahlergebnis ist ein weiteres Thema, das unbedingt geklärt werden muss. In der Zwischenzeit bleibt die Frage, wie es mit den Stellen in Bursa, Türkei, und der möglichen Verlagerung nach China weitergeht. Die internationale Arbeiter-Allianz der Aktionskomitees fordert einen weltweiten Widerstand gegen diese Entwicklungen und die schlechten Arbeitsbedingungen. Ein Aufruf zur Kontaktaufnahme für weitere Schritte im Kampf gegen die IGM-Vorherrschaft – die Situation ist angespannt, und viele Augen sind auf die kommenden Entscheidungen gerichtet.