In Schwäbisch Gmünd, einer Stadt, die mehr als nur ein hübsches Plätzchen in Baden-Württemberg ist, leben aktuell rund 1300 Ukrainer. Es sind mehr als vier Jahre vergangen, seit die ersten Flüchtlinge aus der Ukraine hierhergekommen sind. Und wenn wir uns die Zahlen anschauen, wird klar: Gmünd ist ein Schmelztiegel der Kulturen. Der Ausländeranteil liegt bei 20,5 Prozent – das ist schon etwas über dem Landesschnitt von 18,2 Prozent in Baden-Württemberg. Zum Stichtag 31. Dezember 2025 hatten fast 13.000 von insgesamt 63.169 Einwohnern einen ausländischen Pass.
Im Vergleich zu den Nachbarstädten kann sich Gmünd also durchaus sehen lassen. Während Lorch mit 14,4 Prozent, Heubach mit 16,9 Prozent und Aalen mit 15,1 Prozent eher zurückhaltend sind, haben Städte wie Heidenheim (26,5 Prozent), Göppingen (24,9 Prozent) und Stuttgart (27,5 Prozent) deutlich höhere Ausländeranteile. Die größte ausländische Gruppe in Gmünd stammt aus der Türkei – über 2200 Menschen sind das! Ein weiteres großes Kontingent bilden die Menschen aus der Ex-Sowjetunion mit über 1600 Einwohnern. Auch die Balkanstaaten sind präsent, mit rund 1300 Menschen aus dem ehemaligen Jugoslawien.
Migrationshintergrund und Flüchtlingszahlen
Ein bemerkenswerter Fakt ist, dass 26.576 Einwohner in Gmünd einen Migrationshintergrund haben. Das sind rund 42 Prozent der Gesamtbevölkerung! Wenn wir uns die Flüchtlingszahlen anschauen, sind zum Stichtag Ende 2025 insgesamt 1882 anerkannte Flüchtlinge registriert. Davon kommen 1296 aus der Ukraine. Zudem gibt es 97 Asylsuchende und 61 Geduldete. Die Mehrheit dieser Geflüchteten hat einen gesicherten Aufenthaltsstatus. In den Gemeinschaftsunterkünften der Stadt leben etwa 100 Geflüchtete, darunter ein Viertel aus Syrien.
Was die Geburtenzahlen betrifft, so hat Gmünd 2025 503 Neugeborene gezählt, aber gleichzeitig auch 788 Sterbefälle. Das ergibt ein Geburtenminus von 285 und eine aktuelle Geburtenrate von 8 je 1000 Einwohner. Im Vergleich dazu liegt die Sterberate bei 12,5 je 1000 Einwohner. Dennoch bleibt der Zuwanderungssaldo positiv, mit einem Plus von 7,7 je 1000 Einwohner.
Willkommenskultur und Unterstützung
Die Stadt Gmünd hat sich offensichtlich auf die Fahnen geschrieben, eine Willkommenskultur zu fördern. Ein „Welcome Center“ wurde eingerichtet, das von zehn engagierten Mitarbeitern betrieben wird. Hier finden Zuwanderer und Geflüchtete Unterstützung und Hilfe bei der Integration. Das ist besonders wichtig in einer Zeit, in der viele Menschen auf der Suche nach einem neuen Zuhause sind.
Um das Bild der Migrationssituation in Deutschland zu vervollständigen: Laut dem Mikrozensus 2024 leben in Deutschland insgesamt 25,2 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund. Davon sind 12,2 Millionen ausländische Staatsangehörige und 13 Millionen Deutsche mit Migrationsgeschichte. Interessanterweise haben 7,2 Millionen von ihnen die deutsche Staatsangehörigkeit durch Geburt erhalten, während 2,7 Millionen (Spät-)Aussiedler sind. Es ist eine bunte Mischung, die unser Land stark macht!
Die Definition des Migrationshintergrunds wird weiterhin verfeinert, um Stigmatisierung im öffentlichen Diskurs zu vermeiden und eine konzeptionelle Vereinfachung zu erreichen. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung! In Schwäbisch Gmünd zeigt sich, dass die Stadt nicht nur auf dem Papier ein Ort der Vielfalt ist, sondern diese auch aktiv lebt.