Der Geizige: Ein Theaterabend voller Intrigen und unerwarteter Wendungen in Haag
Die Vorfreude war spürbar, als die Premiere von „Der Geizige“ am 1. Juli 2026 auf dem Marktplatz von Haag über die Bühne ging. Unter der Regie von Leander Haußmann, der bereits 2020 mit einer Molière-Inszenierung für Furore sorgte, durfte das Publikum wieder einmal in die Welt des französischen Dramatikers eintauchen. Diesmal ist das Stück nicht nur eine simple Aufführung, sondern eine handfeste Inszenierung mit einem Theaterwagen, der wie ein Tresor aussieht – ein passendes Symbol für den geizigen Harpagon, gespielt von der beeindruckenden Gerti Drassl.
Der Theatersommer in Haag, seit 2017 unter der Leitung von Christian Dolezal, bietet Platz für 500 Zuschauer pro Abend und sorgt für eine wunderbare Atmosphäre. Man kann förmlich das Knistern der Aufregung spüren, während sich die Zuschauer auf ihren Plätzen niederlassen. Die Inszenierung dauert 2 Stunden und 10 Minuten, inklusive einer Pause, und wird von einem talentierten Ensemble getragen: Tobias Artner, Laura Laufenberg, Robin Krakowski, Julian Tzschentke und Raphaela Möst bringen die Charaktere um Harpagon und seine Kinder zum Leben.
Ein zeitloser Klassiker mit frischem Wind
Die Handlung bleibt Molières Original treu und entfaltet sich um Harpagons besessenes Verhältnis zu Geld. Dieser geizige und narzisstische Knauser ist alles andere als ein liebevoller Vater – seine Familie hat er mehr oder weniger zum Feind erklärt. Während seine Tochter Elise mit Anselme und sein Sohn Cléante mit einer reichen Witwe verlobt sind, hat Cléante heimlich ein Auge auf die schöne Marianne geworfen. Intrigen und Verwicklungen sind also vorprogrammiert!
Die Kostüme von Cedric Mpaka, die die Epoche der Uraufführung von 1668 widerspiegeln, bringen zusätzliches Flair auf die Bühne. Und die Bühne selbst? Die ist mit viel Liebe zum Detail von Max Linder und Laura Weiss gestaltet worden. So wird das Publikum nicht nur mit der Handlung gefesselt, sondern auch visuell in eine andere Zeit entführt.
Ein gelungener Auftakt und ein Ausblick auf die Saison
Das Publikum war begeistert – die Premiere wurde mit lautem Applaus gefeiert. Die Inszenierung endet mit einer unerwarteten Wendung, in der Harpagon von seinen eigenen Kindern überlistet wird. Ein Moment, der für Schmunzeln sorgt und vielleicht auch den einen oder anderen zum Nachdenken anregt.
Noch bis zum 8. August 2026 sind weitere Vorstellungen geplant, und wer die Theatersommer-Karte hat, kann sogar kostenlos die NÖ Landesausstellung „WENN DIE WELT KOPF STEHT“ besuchen, was einen zusätzlichen Anreiz bietet. Es ist eine hervorragende Gelegenheit, das kulturelle Angebot dieser Region zu genießen.
Die Zusammenarbeit von Dolezal und Haußmann zeigt, wie lebendig und relevant das Theater auch im heutigen Österreich ist. Immerhin ist das Theater ein wichtiger Teil der Geschichte und Kultur – nicht nur in Österreich, sondern auch in Böhmen, Mähren und Schlesien, wo sich die Theatertraditionen bis ins 18. Jahrhundert zurückverfolgen lassen. Eine Geschichte, die nicht nur für das nicht-tschechischsprachige Publikum von Interesse ist.
Für alle, die sich für die vielfältigen Facetten des Theaters interessieren, bietet sich hier eine großartige Möglichkeit, selbst einen Platz auf der Zuschauerbank einzunehmen und in die Geschichten einzutauchen, die die Menschen seit Jahrhunderten fesseln.
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