Die Sonne strahlt über Bruck an der Leitha, und während die Menschen in den Parks die Frühlingsluft genießen, scheint es, als würden auch die Schildkröten nicht untätig herumliegen. Diese kleinen, gepanzerten Geschöpfe haben in den letzten Wochen für Aufregung gesorgt, denn die Männchen büxen vermehrt aus privaten Gärten aus! Besonders zur Paarungszeit, die mit dem Frühling beginnt, ist das ein Phänomen, das immer mehr Tierschützer auf den Plan ruft. In der Umgebung von Hainburg und Bruck an der Leitha sind seit Anfang Mai zahlreiche Meldungen über vermisste oder gefundene Landschildkröten eingegangen. Man fragt sich, wohin sie nur verschwinden!

Die Gründe sind vielfältig und es gibt einige Dinge, die man beachten sollte, um das Ausbüxen zu verhindern. Tierschützer geben wertvolle Tipps zur artgerechten Haltung von Schildkröten. Das richtige Gehege ist entscheidend, denn eine unzureichende Unterbringung kann nicht nur zu einem unglücklichen Tier führen, sondern auch zu einer Flucht. Und, komischerweise, gibt es auch immer wieder Verwechslungen mit heimischen Sumpfschildkröten, die ebenfalls als „entlaufen“ gemeldet werden. So kann es sein, dass der Nachbar, der mit einem vermeintlichen „Landschildkröten-Kapitän“ auf dem Weg zum nächsten Abenteuer ist, einfach nur eine Sumpfschildkröte entdeckt hat.

Die richtige Haltung macht den Unterschied

„Wie halte ich meine Schildkröte richtig?“ – Das ist eine Frage, die viele Besitzer beschäftigt. Die SIGS, die Schweizerische Interessengemeinschaft Schildkröten, hat sich dieses Themas angenommen und Informationsbroschüren herausgegeben. Diese SIGS-Merkblätter waren früher als gedruckte Versionen bekannt und wurden über 30 Jahre lang per Post verschickt. Mit der Digitalisierung wurden sie schließlich als PDF auf der Website bereitgestellt. Doch aufgrund der Formatproblematik hat der SIGS-Vorstand entschieden, auf diese Formate zu verzichten. Zukünftig soll alles in klassischer Webseitenform präsentiert werden, was eine ständige Aktualisierung der Informationen ermöglicht. Das ist doch ein Schritt in die richtige Richtung!

Eine artgerechte Haltung ist entscheidend, nicht nur für das Wohlbefinden der Schildkröten, sondern auch für die Sicherheit. Ein großes und abwechslungsreich gestaltetes Terrarium oder Freigehege ist ein Muss! Für die Schildkröten bedeutet das nicht nur Platz zum Graben und Klettern, sondern auch Beschäftigung, die sie oft mehr brauchen als menschliche Interaktion. Bei der Urlaubsvertretung hingegen muss man sich um die Fütterung und die Wasserzufuhr kümmern, was in der Hektik des Alltags schon mal untergehen kann.

Platz, Platz und noch mehr Platz

Was viele nicht wissen: Schildkröten benötigen eine ordentliche Portion Platz. Mindestanforderungen für die Unterbringung sind hier ganz klar. Ein Freigehege sollte mindestens 10 m² groß sein – das ist eine Menge Platz! Bei Terrarien muss man das 8-fache der Panzerlänge in der Breite und das 4-fache in der Höhe für jede ausgewachsene Schildkröte einplanen. Aquarien benötigen das 5-fache der Panzerlänge in der Breite und das 3-fache in der Höhe. Das sind schon ganz schön große Dimensionen! Wer also mit dem Gedanken spielt, sich einen panzertragenden Mitbewohner zuzulegen, sollte sich wirklich überlegen, ob er den nötigen Raum hat.

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In der bunten Welt der Schildkrötenhaltung gibt es also viel zu beachten. Während die Männchen in der aktuellen Paarungszeit auf der Suche nach Abenteuern sind und es dabei gerne mal über die Gartenmauer schaffen, sollten wir als verantwortungsbewusste Halter alles dafür tun, dass sie bei uns gut aufgehoben sind. Denn schön ist es allemal, wenn wir unsere kleinen Freunde im eigenen Garten beobachten können, statt sie im Nachbarsgarten suchen zu müssen!