In Bruck an der Leitha hat am vergangenen Wochenende eine interessante Veranstaltung stattgefunden, die sich mit der Festkultur und dem Thema Rausch auseinandersetzte. Organisiert von der Römerland Carnuntum Jugend, trugen die Teilnehmer in einem offenen Austausch ihre Gedanken über die Veränderungen im Feiern im Laufe der Zeit vor. Der Titel der Veranstaltung, „Gfeiert wird immer a richtig leiwandes Fest“, spiegelt die lockere, aber auch nachdenkliche Atmosphäre wider. Eski vom Jugendteam berichtete über die Organisation von Festen mit Jugendlichen, während DJ Mido (Dominik Pschill) die Bedeutung von Ort und Uhrzeit für Veranstaltungen betonte. Dabei fiel auf, dass junge Menschen zunehmend untertags und alkoholfrei feiern, was eine spannende Entwicklung darstellt.
Onur von der Jugendinfo NÖ bestätigte diese Beobachtungen und sprach über die Zertifizierung von Veranstaltungen, die sicherstellen soll, dass die Feiern in einem vernünftigen Rahmen ablaufen. Ein wichtiger Punkt, der zur Sprache kam, war die Preisgestaltung von Getränken: Oft sind alkoholfreie Getränke teurer als ihre alkoholhaltigen Pendants. Dies könnte ein Hindernis für die Förderung eines gesunden Feierverhaltens darstellen. Auch der Checkpoint, der Event- und Partywork als Teil der Suchtprävention anbietet, war vertreten. In diesem Kontext war auch Stadtrat Martin Radl (SPÖ) anwesend, um die Wichtigkeit solcher Initiativen zu unterstützen. Nach der offiziellen Veranstaltung wurden alkoholfreie Cocktails angeboten, die zum Austausch anregten. Die nächste Veranstaltung findet am 21. April um 18.30 Uhr statt und thematisiert Genuss mit legalen Drogen. Regelmäßig thematisieren die Anlaufstellen von Römerland Carnuntum die Festkultur und das sichere Feiern, was in der heutigen Zeit von großer Bedeutung ist. Weitere Informationen zur Veranstaltung können hier nachgelesen werden.
Neue Ansätze zur Festkultur
Das Thema der sicheren Festkultur ist nicht nur lokal von Interesse. Auch bundesweit gibt es Initiativen, wie das Netzwerk Neue Festkultur, das bereits Gespräche mit Festveranstaltern, insbesondere mit Ehrenamtlichen aus der Vereinsarbeit, geführt hat. Ein zentrales Problem ist, dass Alkohol häufig Umsatz garantiert, was die Veranstalter in einen Dilemma bringt: Feste sollen nicht bis zum Morgengrauen dauern, um den Abbau zu erleichtern und negative Presseberichte über Polizeieinsätze zu vermeiden. Daher wurden Eckpunktepapiere mit Hinweisen auf rechtliche Vorgaben, wie das Jugendschutzgesetz und das Gaststättengesetz, erstellt.
Diese Vereinbarungen beinhalten unter anderem frühere Anfangszeiten, ein verbindliches Ende des Festes und eine konsequente Zugangskontrolle. Auch die Sicherheit wird großgeschrieben: Geeignetes Sicherheitspersonal und keine Lockangebote beim Alkohol sind weitere Anforderungen, die helfen sollen, die Veranstaltungen sicherer zu gestalten. Evaluationsergebnisse zeigen, dass es keine Verschlechterung der Stimmung und keinen Rückgang der Besucherzahlen gab, was die Zufriedenheit der Veranstalter unterstreicht. Zudem kam es zu weniger Einsätzen von Polizei und Rettungsdienst, was die Wirksamkeit dieser Maßnahmen belegt.
Rechtliche Rahmenbedingungen und Verantwortung
Die rechtliche Verantwortung für die Einhaltung aller Vorgaben liegt beim Festveranstalter. Das Gaststättengesetz erlaubt es Konzessionsinhabern und unter bestimmten Bedingungen auch Vereinen, Feste auszurichten. Dabei ist es wichtig, dass mindestens ein alkoholfreies Getränk nicht teurer ist als das billigste alkoholische Getränk. Zudem ist es untersagt, Alkohol an erkennbar Betrunkene auszuschenken. Das Jugendschutzgesetz definiert klare Zeitgrenzen für den Ausschank an verschiedene Altersgruppen und lässt den Veranstaltern die Entscheidung über die Anerkennung der Erziehungsbeauftragung für minderjährige Gäste.
Die Verantwortung des Veranstalters erstreckt sich auch auf den Ausschank und Konsum von alkoholischen Getränken bei Minderjährigen. Das Jugendarbeitsschutzgesetz setzt Grenzen für die Mithilfe von Kindern und Jugendlichen bei Festen. Ein neues Personalausweisgesetz verbietet zudem das Einbehalten von Ausweisen von 16- bis 18-Jährigen. Um die Kontrolle zu erleichtern, wird der Partypass als Alternativlösung empfohlen. Auch das Landesnichtraucherschutzgesetz, das das Rauchen in Gaststätten und Veranstaltungsorten regelt, spielt eine wichtige Rolle in der Planung von Festen. Eine empfehlenswerte Maßnahme ist die Kontaktaufnahme mit der zuständigen Polizeidienststelle zu Veranstaltungsbeginn, um eine bessere Kommunikation zu gewährleisten. Hier finden Sie weitere Informationen zu jugendschutzrelevanten Themen.