Die politische Landschaft in Bruck an der Leitha könnte bald ordentlich durchgeschüttelt werden. Die Grünen stehen in den Startlöchern und planen einen Initiativantrag, der die Bezüge der Politiker und Politikerinnen in der Stadt in den Fokus rückt. Ein Anliegen, das nicht nur die Mitglieder der Partei betrifft, sondern auch sämtliche Bürgerinnen und Bürger, die sich aktiv an dieser demokratischen Diskussion beteiligen möchten.
Bezirksvorsitzender Roman Kral hat es sich nicht nehmen lassen, die Wichtigkeit dieses Anliegens zu betonen. „Es geht um Transparenz und faire Bezüge“, sagt er, und das ist in der heutigen Zeit sicher ein Thema, das viele bewegt. Um die Sache ins Rollen zu bringen, sind Unterschriften von den Bürgerinnen und Bürgern aus Bruck und Wilfleinsdorf gefragt. Wer Interesse hat, kann am 13. Juni 2026 von 9 bis 12 Uhr seine Stimme vor dem Brucker Gemeindeamt abgeben. Alternativ stehen die Unterschriftenlisten auch per E-Mail unter roman.kral@gruene.at zur Verfügung. Einfach nur eine Mail schicken und schon ist man dabei!
Die geplanten Kürzungen im Detail
Was steht auf dem Plan? Die Grünen schlagen vor, die Aufwandsentschädigungen für verschiedene politische Ämter zu senken. So soll der Vizebürgermeister nur noch 35 % anstatt 50 % des Bürgermeister-Bezugs erhalten. Stadträte und Ortsvorsteher aus Wilfleinsdorf sollen mit 20 % statt 30 % auskommen müssen, während Ausschussvorsitzende mit 15 % statt 20 % auskommen müssen. Auch die Gemeinderäte und -rätinnen werden nicht verschont: Hier sind es nur noch 4 % statt 5 % des Bürgermeister-Bezugs. Das könnte dem Stadtbudget eine jährliche Entlastung von über 100.000 Euro bescheren. Da können die Bürgerinnen und Bürger nur profitieren, oder?
Die Abgabe der gesammelten Listen ist übrigens auch am Samstag möglich, was eine entspannte Möglichkeit bietet, sich zu beteiligen. Kral lädt alle wahlberechtigten Personen in Bruck und Wilfleinsdorf zur Mithilfe ein. Denn gemeinsam lässt sich sicher mehr erreichen!
Ein Blick auf die Bezüge im Nationalrat
Interessanterweise gibt es auch auf nationaler Ebene Regelungen zu den Bezügen von Mandatar:innen. Für das Jahr 2025 gelten Höchstgrenzen für die Vergütung der Aufwendungen von Mitgliedern des Nationalrats und des Bundesrats. So beträgt die Höchstvergütung bis zu 8.755,86 Euro jährlich. Und für die, die mehr Zeit auf der Straße verbringen müssen, gibt es auch höhere Obergrenzen. Bei einer Anreisedauer von mehr als einer Stunde erhöht sich der Vergütungsanspruch um 4.387,93 Euro für jede angefangene halbe Stunde. Bei einer durchschnittlichen Anreisedauer von drei Stunden kann man schon bei über 26.000 Euro landen. Da fragt man sich doch, ob die Kürzungen in Bruck vielleicht ein kleiner Schritt in eine größere Richtung sein könnten.
Es bleibt abzuwarten, wie sich die Initiative der Grünen entwickeln wird. Die Bürger sind gefragt und die Tinte auf den Unterschriftenlisten wird zeigen, ob das Vorhaben auf fruchtbaren Boden fällt. Spannend bleibt es allemal!