Heute ist der 22.02.2026 und die Bühne Baden sorgt für Gesprächsstoff in der Kulturszene. Intendant Andreas Gergen hat das Programm für die kommende Saison vorgestellt, darunter die Musicals „Arielle“, „Tootsie“ und „Addams Family“. Diese Auswahl zeugt von einer spannenden und abwechslungsreichen Theaterkultur, die in Baden bei Wien aufblüht. Im Rahmen eines Interviews, veröffentlicht auf kurier.at, wurde jedoch auch ein Antrag an das Kulturamt thematisiert, der die Bühne Baden anstelle der Vereinigten Bühnen Wien (VBW) im Ronacher und Raimundtheater spielen lassen sollte.
Das Kulturamt hat den Antrag mit der Geschäftsnummer 06/2026 zwar bestätigt, ihn jedoch abgelehnt. Die Begründung lautet, dass die VBW als die mächtigste Kulturinstitution der Stadt Wien weiterhin agieren müsse. Dies wirft nicht nur Fragen zum Verhältnis von Steuergeld und künstlerischer Produktion auf, sondern beleuchtet auch die Diskussion über die Notwendigkeit von kreativen Projekten, die nicht zwingend hohe finanzielle Mittel erfordern. Interessant ist, dass die VBW kürzlich eine Budgetkürzung von fünf Millionen Euro angekündigt hat, was zunächst bei der Oper geschehen soll. Im Vergleich dazu erhielt die Bühne Baden etwa fünf Millionen Euro vom Land Niederösterreich, während die VBW 56 Millionen Euro von der Stadt Wien bekam.
Die Herausforderungen der Theaterlandschaft
Die Situation in der Theaterlandschaft bleibt angespannt. Ab dem 1. Januar 2025 stehen Kürzungen der Theateretats in Berlin und München an, wo die Kulturausgaben um 12% beziehungsweise 15% gesenkt werden sollen. Diese Einsparungen stellen eine existenzielle Bedrohung für einige Theater dar und wurden ohne Rücksprache mit den betroffenen Institutionen beschlossen. Dies erinnert stark an die Herausforderungen, mit denen die Theater während der Coronakrise konfrontiert waren, wo mangelndes Interesse und geringe Beteiligung an Protestaktionen gegen die Kürzungen herrschten.
Die finanziellen Probleme der Theater sind nicht zu unterschätzen. Hohe Personalkosten, die 85% des Etats ausmachen, belasten die Kassen. Besonders kommunale Theater in Niedersachsen, wie das Schlosstheater Celle, leiden unter nicht übernommene Tariferhöhungen. Größere Theater, die während der Coronazeit Rücklagen gebildet haben, sind ebenfalls nicht immun gegen die bevorstehenden Kürzungen.
Öffentliche Mittel und kulturelle Aufgaben
Die Erwartungen an die Theater steigen, insbesondere in Bezug auf Publikumsansprache, Inklusion und Digitalisierung, während die öffentlichen Mittel nicht im gleichen Maße zunehmen. Dies führt zu einem Gefühl der Unsicherheit in der Theaterszene und schwächt das Selbstbewusstsein der Künstlerinnen und Künstler. Positive Entwicklungen gibt es jedoch auch: In Hamburg wurden die Kulturausgaben um 11% für 2025 erhöht, um Inflation und steigende Kosten auszugleichen. In Thüringen ist die Theaterfinanzierung bis 2030 gesichert, während in Sachsen dem Theater Plauen-Zwickau 2025 das Aus droht.
Die Debatte um die Finanzierung und die kulturellen Aufgaben der Theater bleibt also ein heißes Eisen. Die Bühne Baden und die VBW stehen exemplarisch für die Herausforderungen, mit denen die Theaterlandschaft in Österreich und darüber hinaus konfrontiert ist. In einer Zeit, in der Kreativität und kulturelle Vielfalt wichtiger denn je sind, bleibt zu hoffen, dass die Bedeutung des Theaters nicht nur in großen Städten, sondern auch in kleineren Bühnen wie in Baden bei Wien erkannt und gefördert wird.