Heute ist der 6. Mai 2026, und in Baden bei Wien brodelt es gewaltig. Die Beamten des Landeskriminalamtes Niederösterreich haben seit Jänner dieses Jahres eine mutmaßliche serbische Tätergruppe im Visier, die in großen Mengen Drogen ins Land geschmuggelt hat. Es ist eine Geschichte, die sich wie ein Krimi liest, aber leider, ist es bitterer Ernst. Die Gruppe soll Suchtmittel in riesigen Mengen im Bezirk Baden gelagert haben, und von dort aus ging es weiter in andere EU-Länder. Die Ermittlungen bringen Licht ins Dunkel einer kriminellen Machenschaft, die über Monate gewachsen ist.

Im Zentrum der Ermittlungen steht ein 38-jähriger serbischer Staatsbürger, der am 20. April 2026 in Enzesfeld-Lindabrunn in eine blutige Auseinandersetzung verwickelt war. Überstürzt floh er aus seiner Wohnung, blutüberströmt, und ein aufmerksamer Zeuge alarmierte prompt die Polizei. Diese fand schnell einen 40-jährigen serbischen Staatsbürger als mutmaßlichen Angreifer und nahm ihn vorläufig fest. Der 38-Jährige wurde wenig später mit schweren Verletzungen ins Universitätsklinikum Wr. Neustadt gebracht. Es stellte sich heraus, dass er bereits im Dezember 2025 durch den 40-Jährigen verletzt worden war – damals wegen Geldschulden, die durch Suchtmittelverkäufe entstanden waren. Ein Teufelskreis, der sich nun erneut zuspitzte.

Die dunkle Welt des Drogenhandels

Die Ermittlungen deckten auf, dass der 38-Jährige von Sommer 2024 bis April 2026 im Auftrag des 40-Jährigen insgesamt 15 Kilogramm Kokain in Österreich und 8 bis 9 Kilogramm in Deutschland, Tschechien, Slowenien und Ungarn verkauft hatte. Bei Durchsuchungen fanden die Beamten 7 Kilogramm Kokain und 8 Kilogramm Cannabisharz – ein Straßenverkaufswert von etwa 645.000 Euro. Während der 40-Jährige sich weigerte, eine Aussage zu machen, wurde der 38-Jährige auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Wien in die Justizanstalt Wien-Josefstadt eingeliefert. Es ist ein weiterer, erschreckender Teil des Drogenpuzzles in Österreich.

Die Drogenproblematik ist in Österreich alles andere als neu. Laut Statistiken gab es im Jahr 2023 landesweit 256 Drogentote, mit einer drogenbezogenen Sterberate von 4,3 pro 100.000 Einwohner. Die meisten dieser Tragödien ereigneten sich in Wien, gefolgt von Niederösterreich und der Steiermark. Es ist eine traurige Realität, dass besonders jüngere Menschen zunehmend zu Cannabis und Opiaten greifen, während Männer eine höhere Konsumprävalenz aufweisen als Frauen. Bei psychisch stark belasteten Männern ist die Wahrscheinlichkeit, Drogen zu konsumieren, mehr als viermal so hoch. Auch bei Frauen in ähnlicher Lage ist die Zahl alarmierend.

Ein Blick auf die Zahlen

Rund 3,8 Prozent der Bevölkerung hat im Laufe ihres Lebens schon einmal Kokain konsumiert, und die Jüngeren machen hier den Unterschied. Österreich steht im europäischen Vergleich im oberen Mittelfeld beim Kokainkonsum, was die Situation nicht weniger besorgniserregend macht. Bei den Substitutionsbehandlungen, die 2023 einen Rekordwert von 21.116 erreichten, sind vor allem Wiener betroffen, während die Anzahl minderjähriger Personen in Behandlung auf gerade einmal 30 gesunken ist. In einer Zeit, in der der Kampf gegen Drogen an Bedeutung gewinnt, sind die öffentlichen Ausgaben nicht genau bezifferbar, aber die Kosten des Bundesministeriums beliefen sich auf rund 9,1 Millionen Euro. Wie wird sich die Lage entwickeln? Die Antwort bleibt ungewiss.

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