In Amstetten tut sich etwas unter der Erde: Ab Juni 2026 plant die Burghauptmannschaft Österreich (BHÖ) die kontrollierte Verfüllung von zwei unterirdischen Stollenanlagen am Reiterbauernberg und Kreuzberg. Diese Stollen stammen aus dem Zweiten Weltkrieg und ihr baulicher Zustand hat sich, wie geologische Untersuchungen zeigen, verschlechtert. Der notwendige Baubescheid für das Projekt liegt bereits vor, und die Ausschreibung für ausführende Baufirmen läuft derzeit.
Die Arbeiten werden aus Sicherheitsgründen ausschließlich oberirdisch durchgeführt. Dabei entstehen rund 150 Bohrlöcher entlang einer Strecke von etwa 1,6 Kilometern, um hochwertiges Verfüllmaterial in die Hohlräume einzubringen. Burghauptmann Reinhold Sahl betont, dass die Sicherheit der Anwohner oberste Priorität hat. Um die Anrainer über den Projektablauf zu informieren, fand am 15. April eine öffentliche Informationsveranstaltung in Amstetten statt.
Ein detaillierter Bauablauf
Der Bauablauf ist sorgfältig geplant. Im zweiten Quartal 2026 wird zunächst eine Beweissicherung an Gebäuden, Grundstücken und öffentlichen Flächen durchgeführt. Von Juni bis Oktober folgen dann die Erkundungs- und Verfüllbohrungen, sowie die Vorbereitung der Bohrungen für die Verfüllung. Während dieser Phase wird auch die Qualität der Verfüllmaßnahmen durch begleitende Kernbohrungen evaluiert.
Ab November 2026 beginnt die abschließende Projektphase, die den Rückbau temporärer Einrichtungen und die vollständige Wiederherstellung der betroffenen Grundstücke umfasst. Insgesamt wird die gesamte Projektlaufzeit etwa sieben bis acht Monate betragen. Die örtliche Bauaufsicht sorgt dafür, dass alle Maßnahmen qualitätsgesichert und transparent durchgeführt werden.
Nachhaltigkeit im Fokus
Die Burghauptmannschaft setzt mit diesem Projekt nicht nur auf Sicherheit, sondern auch auf Nachhaltigkeit. Ziel ist eine ökonomische und ökologisch vertretbare Verfüllung der Stollenanlagen. Die BHÖ agiert als Vertreterin der Republik Österreich und verfolgt damit langfristige Gefahrenprävention und die nachhaltige Sicherung des Siedlungsraums in der Region.
Die Anwohner können sich zudem über eine Ombudsstelle informieren, die unter einer angegebenen E-Mail-Adresse und Telefonnummer erreichbar ist. So wird gewährleistet, dass alle Betroffenen stets gut informiert sind und ihre Anliegen Gehör finden.
Insgesamt ist das Projekt ein wichtiger Schritt, um die Sicherheit der Anwohner zu gewährleisten und gleichzeitig die historischen Stollenanlagen verantwortungsbewusst zu behandeln. Es bleibt abzuwarten, wie die Arbeiten voranschreiten und wie die Anwohner auf die Maßnahmen reagieren werden.