Heute ist der 27.04.2026 und wir befinden uns in Wolfsberg, wo die Diskussionen um die VAR-Entscheidungen in der Bundesliga nach der 29. Runde noch immer heiß diskutiert werden. Besonders im Fokus steht das Spiel zwischen RZ Pellets WAC und GAK 1902, bei dem es in der 75. Minute zu einem entscheidenden Zusammenprall kam. WAC-Profi Fabian Wohlmuth ging mit hoher Intensität in einen Zweikampf mit Ramiz Harakaté und traf diesen. Der VAR entschied, dass Wohlmuth „ballorientiert“ handelte und lediglich ein rücksichtsloses Foul beging. Die Konsequenz für ihn war eine Gelbe, aber keine Rote Karte, was GAK 1902-Coach Ferdinand Feldhofer veranlasste, zu betonen, dass es sich um „ganz klar Rot“ gehandelt hätte. Solche Meinungsverschiedenheiten lassen die Gemüter nicht nur auf dem Platz, sondern auch in den Fanlagern hochkochen.
Ein weiterer strittiger Punkt war ein aberkanntes Tor der SV Oberbank Ried, das von Joris Boguo erzielt wurde. Hierbei wurde WSG Tirol-Keeper Adam Stejskal im Luftduell von Rieder Spieler Peter Kiedl getroffen, was zu einem Foul führte. Der VAR bestätigte die Entscheidung, dass Kiedl zu spät in den Zweikampf ging und Stejskal dadurch die Balance verlor, was entscheidend für die Torabwehr war. Solche Szenen werfen ein Licht auf die Herausforderungen, die der Video-Assistent mit sich bringt und wie unterschiedlich die Wahrnehmungen von Spielern, Trainern und Schiedsrichtern sein können.
Erweiterte Befugnisse des VAR
Inmitten dieser aufgeladenen Debatten rund um den VAR gibt es weitere Entwicklungen, die die Situation noch komplizierter gestalten könnten. Ab Sommer 2026 erhält der VAR erweiterte Befugnisse, die bei der Generalversammlung des Regelgremiums IFAB beschlossen wurden. Zu den neuen Aufgaben zählt unter anderem die Überprüfung von Eckbällen und zweiten Gelben Karten, die zu einem Platzverweis führen. Diese Änderungen stehen im Widerspruch zu den ursprünglichen Versprechungen bei der Einführung des VAR im Jahr 2017, wo der Fokus auf „klaren und offensichtlichen Fehlern“ in spielentscheidenden Situationen lag.
Die neuen Eingriffsmöglichkeiten des VAR zeigen eine klare Abkehr von diesem Konzept und lassen Raum für Spekulationen über weitere mögliche Eingriffe, wie etwa bei Einwürfen oder ersten Gelben Karten. Um die Kommunikation zwischen Spielern und VAR zu verbessern, wird zudem der „Field Assistant Referee“ (FAR) eingeführt, der als menschliches Bindeglied fungieren soll. Diese Entwicklungen deuten darauf hin, dass die Technik zunehmend in den Schiedsrichterjob eingreifen wird und Fragen aufwirft, wie viel Einfluss die Maschinen letztendlich auf das Spielgeschehen haben dürfen.
Zukunft des VAR im Fußball
Die nächste Sitzung des IFAB, bei der diese Änderungen beschlossen werden, findet am 28. Februar 2026 in Hensol Castle, Wales, statt. Acht Fußballfunktionäre, vier von der FIFA und vier von britischen Verbänden, werden sich mit den anstehenden Themen befassen. Die Diskussion um den VAR ist also noch lange nicht abgeschlossen, und es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation in der Bundesliga und darüber hinaus entwickeln wird. Eines steht fest: Die Emotionen rund um das Thema VAR werden auch die kommenden Spiele prägen.