In Lavamünd herrscht momentan große Aufregung über die Lavamünder Straße (B80). Ein Leser hat jüngst seine Bedenken über das Gefahrenpotenzial dieser Route geäußert. Nach einem tragischen tödlichen Unfall und mehreren riskanten Überholmanövern wird kräftig an den Sicherheitsmaßnahmen gezweifelt. Der Bürgermeister von Lavamünd, Wolfgang Gallant, ist da ganz klar auf der Linie: Er fordert ein dauerhaftes Überholverbot und eine Geschwindigkeitsbegrenzung. Doch die Antwort der zuständigen Abteilung des Landes Kärnten war enttäuschend: Man sieht die Straße als übersichtlich an und lehnt entsprechende Maßnahmen ab. Eine Leitplanke wird zwar installiert, doch Experten warnen, dass diese bei einem Frontalzusammenstoß nicht ausreichend Schutz bieten kann.

Der Bürgermeister ist in seiner Position nicht alleine, denn das Thema Sicherheit auf der B80 wird in der Gemeinde seit Jahren intensiv diskutiert. Gallant, der 2021 gewählt wurde und im Wahlkampf die Umfahrung Lavamünd in den Vordergrund stellte, arbeitet seither mit Nachdruck an Lösungen. Die Idee ist, den Schwerverkehr aus dem Ortskern zu verbannen. Doch die Umsetzung gestaltet sich schwieriger als gedacht. Differenzen zwischen den Vorstellungen der Gemeinde und denen des Landes Kärnten scheinen die Fortschritte zu bremsen.

Die Umfahrung im Fokus

Im April 2022 wurden im Gemeinderat erste Lösungsvorschläge zur Umfahrung diskutiert. Martin Gruber von der ÖVP, damals Landesrat und heute Landeshauptmannstellvertreter, äußerte, dass eine große Umfahrung aus Kostengründen nicht realisierbar sei. Die Schätzungen belaufen sich auf etwa 40 Millionen Euro für die große Variante, während kleinere Lösungen zwischen 8 und 10 Millionen Euro kosten würden. Diese Gespräche wurden schließlich abgebrochen, die Fronten waren verhärtet.

Im Dezember 2024 fand ein Treffen zwischen Gallant und Gruber statt, bei dem eine einheitliche Meinung zu den Umfahrungsvarianten ausblieb. Das Land Kärnten sieht jedoch eine kleinräumige Umfahrung als machbar und finanzierbar an, verlangt dafür jedoch die Zustimmung der gesamten Gemeinde. Gallant hat in den letzten Tagen betont, dass die kleine Variante noch mit der B80 bei Watzing abgestimmt werden muss und er auch die große Umfahrungslösung im Auge behalten möchte. Er sieht die kleine Lösung als ersten Schritt zur Entlastung des Verkehrs.

Temporäre Maßnahmen und Zukunftsperspektiven

Um die Situation auf der B80 zu entspannen, hat das Büro von Gruber bereits einige temporeduzierende Maßnahmen umgesetzt, die von der Gemeinde gewünscht wurden. Dazu gehören Fahrbahnteiler und Markierungen. Darüber hinaus ist ein zusätzlicher Fahrbahnteiler auf der Lavamünder Straße in Richtung Staatsgrenze in Planung. Doch Gallant äußert Bedenken: „Diese Maßnahmen werden das Problem nicht lösen.“ Schließlich überqueren täglich im Schnitt etwa 600 Lkw den Grenzübergang bei Lavamünd. Und mit Blick auf die zukünftigen Straßenanschlüsse von Slowenien nach Österreich, speziell den vierspurigen Ausbau von Celje nach Windisch Graz, bleibt die Unsicherheit groß.

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Gallant plant in den nächsten Tagen erneut Kontakt mit dem Land Kärnten aufzunehmen, um die neuesten Entwicklungen in Slowenien zu besprechen. Die Diskussionen um die Umfahrung und die Sicherheit auf der B80 zeigen deutlich, wie komplex die Verkehrsproblematik in der Region ist und wie wichtig es ist, dass alle Beteiligten an einem Strang ziehen, um die Sicherheit der Bürger zu gewährleisten.