Neuanfang mit Herz: Andrea Mattioli und das Gemeindefest in Wolfsberg
Am ersten Sonntag im Juli, einem strahlenden Tag in Wolfsberg, fand das zehnte Gemeindefest der Evangelischen Pfarrgemeinde statt. Es war ein wirklich lebhaftes Treffen, das die Gemeinde zusammenbrachte. Pfarrerin Renate Moshammer hieß eine besondere Gästin willkommen: Superintendentin Andrea Mattioli. Ihr Besuch wurde von der Gemeinde als „sehr bedeutsam“ empfunden und ließ die Herzen höher schlagen.
Andrea Mattioli, die im Herbst 2025 die Nachfolge von Manfred Sauer antreten wird, ist nicht nur eine wichtige Persönlichkeit, sondern auch die erste Frau in dieser Funktion an der Spitze der Diözese Kärnten-Osttirol. Die Diözese hat stolze 42.000 Mitglieder und 33 Pfarren. Im Pfarrgarten fand der Gottesdienst statt, und die Predigt von Mattioli thematisierte Alltagsmenschen und neue Möglichkeiten – ein Thema, das in der heutigen Zeit mehr denn je relevant ist.
Ein Fest voller Musik und Gemeinschaft
Die Feierlichkeiten zogen sich bis in die Nachmittagsstunden, während die Klänge von Nora Heller und Romeo Oberländer vom BRG/BORG Wolfsberg die Luft erfüllten. Ein bisschen Musik, ein bisschen Gesang – das brachte die Leute zusammen und sorgte für eine festliche Stimmung. Heri Schreier und sein Schwiegersohn kümmerten sich um die kulinarischen Köstlichkeiten, die für reichlich Speisen und Getränke sorgten. Manch einer konnte sich einfach nicht zurückhalten und holte sich gleich Nachschlag.
Andrea Mattioli, geboren und aufgewachsen in Neckarsulm, hat eine spannende Reise hinter sich. Ihre Wurzeln liegen in Deutschland, wo sie als Kind einer deutschen Mutter und eines italienischen Vaters aufwuchs. Nach ihrem Abitur am Albert-Schweitzer-Gymnasium in Neckarsulm studierte sie in Tübingen, München und Rom. Sie hat sich in der Diakonie engagiert und war sogar ehrenamtlich im Ev. Waldheim „Spatzennest“ aktiv. Das Engagement war ihr immer wichtig, und das spürt man auch in ihrer Art, mit den Menschen umzugehen.
Der Weg zur Superintendentin
Ihr erster theologischer Abschluss kam 1998, gefolgt von einem Vikariat in Böblingen. Als Pfarrerin hat sie verschiedene Stationen durchlaufen, zuletzt war sie im Gemeindeverband Zlan-Ferndorf tätig. Ihr Dienstantritt als Superintendentin steht für den 1. Dezember 2025 fest. Sie hat große Ziele für die Diözese: Gemeinden als lebendige Orte des Glaubens zu gestalten und der Kirche eine ernstzunehmende Rolle im gesellschaftlichen Leben zu geben, das sind nur einige ihrer Pläne. Mattioli ist sich der Herausforderungen bewusst, wie etwa dem Mitgliederschwund und unbesetzten Pfarrstellen. Sie strebt an, diese Probleme konstruktiv im Dialog anzugehen.
Der Übergang von der Gemeindearbeit auf diese höhere Ebene kann sich herausfordernd anfühlen. Mattioli selbst hat gesagt, dass sie sich „entwurzelte“ fühlt, während sie sich in ihre neue Rolle einfindet. Die Frage nach der Geschlechterrolle war für sie persönlich nicht im Vordergrund, sondern die Eignung und die Fähigkeit, die Gemeinden zu unterstützen und zu verbinden. Es ist kein Geheimnis, dass der Pfarrermangel ein zentrales Thema ist, und genau hier möchte sie anpacken.
Nach dem Fest in Wolfsberg bleibt die Vorfreude auf die kommenden Veränderungen groß. Mit Andrea Mattioli an der Spitze der Diözese Kärnten-Osttirol wird die evangelische Kirche sicher neue Wege finden, um Glauben und Gemeinschaft zu leben. Und das ist ja letztlich das, worum es geht: Gemeinsam einen Platz zu finden, wo jeder dazugehört. Wer weiß, vielleicht wird das nächste Gemeindefest noch ein bisschen bunter und lebendiger.
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