In der vergangenen Woche, am 1. März 2023, hat die Westbahn ein neues Kapitel in der österreichischen Bahnlandschaft aufgeschlagen. Erstmals verbinden die Züge der Westbahn die Städte Wien, Graz, Klagenfurt und Villach. Mit dem Beginn des Betriebs auf der Südstrecke starten derzeit täglich drei Verbindungen pro Richtung. Die Züge halten dabei in wichtigen Städten wie Wiener Neustadt, Bruck an der Mur, Graz, Klagenfurt und Villach. In den kommenden Wochen wird der Fahrplan weiter ausgebaut, sodass ab dem 26. März an Wochenenden und rund um Feiertage sowie in den Ferien fünf Verbindungen pro Richtung geplant sind. Ab dem 29. Mai 2023 sollen dann sogar fünf tägliche Verbindungen von Montag bis Sonntag zwischen Wien und Villach angeboten werden. Mehr Informationen hier.
Für die neuen Verbindungen setzt die Westbahn drei neue SMILE-Hochgeschwindigkeitszüge des Schweizer Herstellers Stadler Rail ein. Diese modernen Züge erreichen eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 250 km/h und bieten Platz für 422 Fahrgäste. Die Ausstattung der Züge lässt kaum Wünsche offen: WLAN, Steckdosen und barrierefreier Zugang sind Standard, was das Reisen nicht nur schnell, sondern auch komfortabel macht. Am 28. Februar 2023 fand bereits eine Präsentationsfahrt auf der Südstrecke statt, bei der Interessierte den neuen Zug in Wiener Neustadt und Graz besichtigen konnten.
Erweiterung des Streckennetzes
Die Westbahn plant, ihr Streckennetz weiter auszubauen. Ab dem 1. März 2026 sollen neue SMILE-Züge von Wien Hauptbahnhof über mehrere Stationen nach Villach fahren. Zu den neuen Haltestellen auf der Südstrecke gehören Wien Meidling, Kühnsdorf-Klopeiner See und Pörtschach am Wörthersee. Der Fahrplan sieht ab 1. März 2026 zunächst drei tägliche Verbindungen je Richtung vor, mit einem neuen Halt in Payerbach-Reichenau. Ab dem 26. März 2026 ist ein nachfrageorientierter Fahrplan mit fünf Verbindungen pro Richtung an Wochenenden, Feiertagen und in den Ferien geplant. Ab dem 29. Mai 2026 sollen schließlich täglich fünf Verbindungen je Richtung angeboten werden, wobei die Haltestelle in Semmering anstelle von Payerbach-Reichenau vorgesehen ist. Mehr Informationen hier.
Die neuen SMILE-Hochgeschwindigkeitszüge, die ab 2026 zum Einsatz kommen, werden sich in ihrer Ausstattung nicht nur auf die vorherigen Standards stützen, sondern diese sogar übertreffen. Mit 11 Wagen und einer Gesamtlänge von 202 Metern bieten sie bequeme Sitze, darunter 288 in der Standard Class. Auch hier wird Wert auf moderne Annehmlichkeiten wie Lederbestuhlung, Steckdosen und Fahrradstellplätze gelegt. Zusätzlich wird die Westbahn eine kostenlose Sitzplatzreservierung (WestFixplatz) und Features wie den Relax Check-in anbieten. Um die neuen Verbindungen optimal zu besetzen, sucht die Westbahn zudem Lokführer:innen und Crew-Mitglieder.
Nachhaltigkeit im Fokus
Der Ausbau des Bahnverkehrs in Österreich ist Teil eines größeren europäischen Plans. Die Europäische Kommission hat am 5. November 2025 einen Aktionsplan für Hochgeschwindigkeitsverkehr veröffentlicht, der bis 2040 ein schnelles, interoperables und vernetztes Schienennetz anstrebt. Ziel ist es, die Bahn als attraktive Alternative zu Kurzstreckenflügen zu etablieren und die Reisezeiten deutlich zu verkürzen. So wird beispielsweise die Verbindung von Wien nach Berlin von 8:10 Stunden auf 4:30 Stunden reduziert. Mehr Informationen hier.
Die Modernisierung des Schienennetzes soll auch durch Investitionen in erneuerbare und kohlenstoffarme Kraftstoffe unterstützt werden, wobei bis 2035 rund 20 Millionen Tonnen nachhaltige Kraftstoffe produziert werden sollen. Die Westbahn trägt mit ihrem neuen Streckennetz und den modernen Zügen zur Erreichung dieser Ziele bei und setzt einen wichtigen Schritt in Richtung einer umweltfreundlicheren Mobilität.