Im Bezirk Villach gibt es eine wachsende Besorgnis über die Postversorgung, und insbesondere die Gemeinde Weißenstein steht dabei im Fokus. Die Lage ist alles andere als rosig, denn die Abdeckung mit Postämtern, Postpartnern und Poststationen ist nicht optimal. Bürgermeister Harald Haberle von der SPÖ ist mit der Aussage, dass alles gut abgedeckt sei, alles andere als einverstanden. In Weißenstein haben beide Postpartner geschlossen, weil es finanziell einfach nicht tragbar war. Das bringt die Anwohner in eine missliche Lage, denn die Suche nach einer Poststation bleibt bisher erfolglos, obwohl das Interesse der Gemeinde besteht.

Im gesamten Bezirk Villach gibt es laut der österreichischen Post gerade einmal sechs Postfilialen, 14 Postpartner und zehn Poststationen. Das sind nicht gerade viele, wenn man bedenkt, dass die Gemeinden wie Afritz am See unter den hohen Kosten für die Postpartnerfiliale leiden. Bürgermeister Maximilian Linder (FPÖ) berichtet, dass die Gemeinde jährlich etwa 30.000 Euro für Post- und Bankservices aufbringen muss. In Arriach bietet Bürgermeister Gerald Ebner (FPÖ) Postdienstleistungen im Gemeindeamt an, sieht das jedoch eher als Nullgeschäft an. Wo sind da die echten, greifbaren Postfilialen? Die sind im Bezirk Villach und Villach Land rar gesät.

Postversorgung im Wandel

Die Situation ist jedoch nicht überall gleich. In Fresach konnte ein Dorfladen als Postpartner gewonnen werden, was für die Anwohner eine willkommene Erleichterung darstellt. Auch Finkenstein hat mittlerweile vier Postpartner, und es gibt weitere Gemeinden mit Postpartnern wie Wernberg, Rosegg, St. Jakob im Rosental, Paternion, Feistritz/Drau, Feld am See, Stockenboi und Ferndorf. Es sieht so aus, als ob einige Gemeinden den Postpartnern den Rücken stärken, während andere kämpfen müssen, um überhaupt eine Grundversorgung aufrechtzuerhalten.

Das Problem der Postversorgung ist nicht nur ein lokales Phänomen, sondern steht auch im Kontext umfassenderer Regelungen. In Deutschland zum Beispiel verpflichtet die Deutsche Post AG, die gesetzlich geforderte Grundversorgung sicherzustellen. Das bedeutet, dass im Jahresdurchschnitt mindestens 95% der Briefe und Pakete innerhalb von drei Werktagen ausgeliefert werden müssen. Zwar gibt es in Österreich andere Regelungen, doch die Grundversorgung ist auch hier ein zentrales Thema. In Gemeinden mit mehr als 2.000 Einwohnern muss mindestens eine Filiale vorhanden sein. Ein bisschen mehr Druck von der Bundesnetzagentur könnte vielleicht helfen, die Situation zu verbessern.

Ob die Postversorgung in Weißenstein und anderen betroffenen Gemeinden in Zukunft besser wird, bleibt abzuwarten. Bis dahin bleibt den Bewohnern nichts anderes übrig, als sich durch den Dschungel der Postdienstleistungen zu kämpfen – und das oft mit einem mulmigen Gefühl im Bauch. Ein bisschen mehr Unterstützung von Seiten der Post wäre da sicher nicht verkehrt.

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