Zukunft auf der Kippe: Was die Jugend in Kärnten wirklich bewegt
In Villach ist eine spannende Diskussion über die Lebensrealität der Jugend entbrannt. Die Arbeiterkammer Kärnten hat ihre Jugendstudie „Sag uns, was geht“ vorgestellt, und die Ergebnisse sind durchaus aufschlussreich. Im Rahmen dieser Studie wurden rund 1.900 Jugendliche zwischen 14 und 25 Jahren befragt. Und während man denken könnte, dass die junge Generation hierzulande in Saus und Braus lebt, sieht die Realität anders aus. Trotz einer hohen Lebenszufriedenheit – neun von zehn Jugendlichen leben gerne in Kärnten – schwingt ein Gefühl der Besorgnis mit, das nicht zu übersehen ist.
Ein Blick auf die Zahlen offenbart, dass mehr als ein Drittel der Jugendlichen finanzielle Probleme hat. Fast jeder Fünfte gibt an, dass sein Einkommen nicht ausreicht, um die laufenden Kosten zu decken. Diese hohen Ausgaben für Lebensmittel, Energie und Wohnen sind für viele eine große Belastung. Dazu kommen die steigenden Lebenshaltungskosten, die den jungen Menschen ganz schön zusetzen. Das ist natürlich nicht gerade ein Grund zur Freude! Und wenn man dann noch bedenkt, dass 30 Prozent der Befragten von psychischen Belastungen berichten – das macht einem schon zu schaffen.
Wegzug oder Verbleib?
Ein weiteres beunruhigendes Ergebnis der Studie ist, dass jede zehnte befragte Person einen Wegzug plant. Besonders Studierende und junge Frauen denken darüber nach, Kärnten hinter sich zu lassen. Die Gründe sind schnell erklärt: bessere Ausbildungs- und Jobchancen in anderen Städten sowie eine modernere Infrastruktur. Leonie C. (15) ist ein gutes Beispiel dafür. Sie plant nach der Matura eine Lehre in Graz, weil sie dort einfach bessere Aussichten sieht. Und auch Maher A. (15) möchte nach Wien ziehen, um Kfz-Techniker zu werden. Komisch, dass man seine Heimat so schnell verlassen möchte, oder? Doch das Gefühl, dass man woanders bessere Möglichkeiten hat, ist stark.
Es gibt jedoch auch Stimmen, die sich für einen Verbleib in der Heimat aussprechen. Dominik R. (15) beispielsweise möchte in Villach bleiben und hat eine Lehre als Metallbautechniker in Aussicht. Für ihn ist die Verbundenheit zur Stadt und zu seinen Freunden wichtig. Das zeigt, dass es nicht nur um Jobchancen geht, sondern auch um soziale Bindungen.
Engagement und Mitbestimmung
Ein Lichtblick ist das Engagement der Jugendlichen: Viele sind aktiv in Vereinen oder Organisationen. Sie wollen sich gesellschaftlich einbringen! Sieben von zehn jungen Erwerbstätigen wünschen sich eine berufliche Weiterbildung. Das zeigt, dass die Jugend nicht aufgibt und bereit ist, für eine bessere Zukunft zu kämpfen. Dennoch mangelt es oft an Foren und Möglichkeiten zur Mitbestimmung. Und genau hier fordert die Arbeiterkammer mehr Mitsprache für junge Menschen. Sie möchten, dass Kärnten zukunftsfähiger und attraktiver wird.
Die Arbeiterkammer hat konkrete Forderungen aufgestellt. Dazu zählen der Ausbau des öffentlichen Wohnbaus für leistbaren Wohnraum, der Ausbau des öffentlichen Verkehrs und mehr regionale Bildungsangebote. All das soll dazu beitragen, die Lebensqualität der Jugendlichen zu verbessern. Denn eines ist klar: Die Jugend ist die Zukunft! Und wenn wir nicht aufpassen, verlieren wir sie. AK-Präsident Günther Goach hat dies in der jüngsten Präsentation der Studie deutlich gemacht. Die Notwendigkeit, Kärnten zukunftsfit zu machen, ist unumstritten. Der Ball liegt jetzt in unserem Spielfeld.
Ein modernes Nachrichtenportal muss für alle Menschen zugänglich sein. Deshalb haben wir unser Magazin mit VeloCore konsequent nach WCAG 2.1 und BITV 2.0 entwickelt – die barrierefreie Umsetzung verantwortete Daniel Wom.
