In Wernberg, einem kleinen, aber lebhaften Ort im Bezirk Villach-Land, brodelt es gewaltig. Die geplante Ampelanlage an der Kreuzung B83 mit der Industriestraße sorgt nicht nur für Aufregung, sondern auch für hitzige Diskussionen im Gemeinderat. Bei der letzten Sitzung am 27. Mai stimmte die FPÖ Wernberg als einzige Fraktion gegen die Vereinbarung zwischen dem Land Kärnten und der Gemeinde. Dabei ging es nicht um den Bau der Ampel selbst, sondern um die Aufteilung der Kosten, die für viele Bürger ein großes Thema ist.

Um die Zahlen etwas greifbarer zu machen: ASFINAG wird mit 500.000 Euro dabei sein, das Land Kärnten steuert 150.000 Euro bei und die Gemeinde Wernberg trägt ebenfalls 150.000 Euro. Doch die FPÖ sieht hier ein finanzielles Risiko, denn eine Vertragsklausel besagt, dass Wernberg zusätzliche 250.000 Euro übernehmen muss, falls der Vollanschluss an die A2 bis Ende 2030 nicht umgesetzt wird. Gemeindevorstand Markus di Bernardo äußerte sich besorgt über diese finanziellen Belastungen, die letztlich die Wernberger Bevölkerung tragen müsste.

Kritik an der Verkehrslösung

Die Bürger sind sich in einem Punkt einig: Viele hätten lieber einen Kreisverkehr als die Ampelanlage. Die Bedenken sind verständlich. Vor allem zu Stoßzeiten – morgens und abends – könnte es zu Verzögerungen und damit zu einem erhöhten Verkehrsaufkommen kommen. Di Bernardo hat in einer Unterschriftensammlung für Verkehrsberuhigung von zahlreichen negativen Rückmeldungen zur Ampelanlage berichtet. Das Bild, das sich hier abzeichnet, ist also keineswegs rosig. Die FPÖ fordert eine Lösung, die mehr Unterstützung von der Bevölkerung erhält und nicht zu längeren Wartezeiten und Staus führt.

Inmitten dieser hitzigen Debatte steht Bürgermeisterin Doris Liposchek, die die Priorität auf das Wohlergehen der Bürger legt. Derzeit hat jedoch nahezu jede der 132 Kärntner Gemeinden, inklusive Wernberg, Schwierigkeiten, einen ausgeglichenen Finanzplan für das laufende Jahr vorzulegen. Für 2024 ist eine Finanzierungsstrategie in Planung, die sich auf Notwendiges, Nützliches und schließlich Angenehmes fokussiert.

Geplante Projekte in Wernberg

Ein Blick auf die geplanten Vorhaben zeigt, dass Wernberg trotz finanzieller Nöte aktiv bleibt. So steht unter anderem eine teilweise Erneuerung des Wasserversorgungsnetzes in Wernberg und Kaltschach an. Auch eine Photovoltaikanlage zur Versorgung des Tiefbrunnens in Duel mit einer Fläche von 500 Quadratmetern und einer Leistung von 112 kWp ist in Planung. Die Gemeinde will sich auch in die Infrastruktur investieren, etwa durch kleinere Straßensanierungen und Investitionen in die Kindergärten und Schulen.

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Die Feuerwehr Damtschach erhält ein neues IVECO-Allrad-Mehrzweckfahrzeug, das rund 200.000 Euro kosten wird und voraussichtlich im Februar 2025 ausgeliefert wird. Auch eine Eisenbahnunterführung im Bereich des Föderlacher Bahnhofs ist in Planung, mit dem Ziel, die Sicherheit im Verkehr zu erhöhen. Der Abschluss der Planungen ist für dieses Jahr vorgesehen, die Realisierung soll dann 2025/26 erfolgen.

Infrastrukturinvestitionen in Kärnten

Der Blick auf die größeren Rahmenbedingungen zeigt, dass Kärnten sich in den nächsten Jahren auf verschiedene Infrastrukturinvestitionen konzentriert. Mobilitätsminister Peter Hanke und andere Verantwortliche haben kürzlich Investitionen von rund 350 Millionen Euro für 2026 angekündigt. Diese Gelder sollen in den Ausbau und die Modernisierung zentraler Verkehrsachsen fließen. Das Hauptziel? Die Stärkung von Mobilität, Sicherheit und Lebensqualität in der Region. Insbesondere die Schieneninfrastruktur wird mit 157 Millionen Euro gefördert, während ASFINAG weitere 193 Millionen Euro investieren möchte.

Diese Entwicklungen könnten auch Wernberg betreffen, insbesondere wenn es um die Verkehrsanbindung und die angespannte Situation an den Kreuzungen geht. Die geplante Ampelanlage an der B83/Industriestraße ist ein kleiner, aber relevanter Teil eines größeren Puzzles, das die Mobilität in Kärnten nachhaltig beeinflussen könnte. Ob dies die Lösung für die Wernberger ist, wird sich zeigen müssen – denn die Meinungen sind geteilt, und die Sorgen der Bürger sind mehr als verständlich.