Heute ist der 4.03.2026. In St. Veit an der Glan setzen sich rund 30 berufstätige Frauen im Soroptimist Club ehrenamtlich für die Verbesserung des Ansehens von Frauen in der Gesellschaft ein. Die Präsidentin Isolde Sauper, die als erste Notarin in Kärnten 40 Jahre lang tätig war, hebt die Bedeutung des Weltfrauentages hervor. Sie sieht positive Erfahrungen in der Zusammenarbeit von Männern und Frauen und plädiert für die Berücksichtigung von Fähigkeiten bei Einstellungen, anstatt auf Quoten zu setzen. Die Gleichberechtigung auf allen Ebenen ist für sie von höchster Wichtigkeit.

Die Herausforderungen, mit denen Frauen konfrontiert sind, sind vielfältig. Sauper betont, dass Frauen Zugang zu Ausbildung und Weiterbildung benötigen, um klassische Rollenbilder zu überwinden. In technischen Berufen sind bereits viele Frauen vertreten, jedoch besteht im medizinischen Bereich noch erheblicher Nachholbedarf. Die Gender-Medizin gewinnt zunehmend an Bedeutung, doch oft werden die biologischen Unterschiede zwischen den Geschlechtern nicht ausreichend beachtet. Finanzielle Benachteiligungen, insbesondere bei Trennungen und Scheidungen, sind ein weiteres ernstes Thema, mit dem der Club sich auseinandersetzt.

Engagement gegen Gewalt und Unterstützung in Notlagen

Ein zentrales Anliegen des Soroptimist Clubs ist die Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und Mädchen. Hierbei setzt der Club unter anderem auf orange Parkbänke, die mit Notrufnummern ausgestattet sind. Zudem bieten sie lokale Unterstützung für Frauen, Kinder und Jugendliche, die sich in finanziellen Notsituationen befinden. Schulen wenden sich an den Club, wenn Kinder an Aktivitäten nicht teilnehmen können, weil ihre Familien in einer schwierigen Lage sind. Auch Frauen, die aufgrund von Krankheit oder Arbeitsplatzverlust kein Einkommen haben, finden beim Club Unterstützung.

Bildung spielt eine zentrale Rolle in den Projekten des Clubs, der beispielsweise Mal- und Leseprojekte in Schulen initiiert. In diesem Kontext ist die Bedeutung von geschlechtssensibler Medizin nicht zu unterschätzen. Studien wie die von Bartig et al. (2021) zeigen, dass im Gesundheitswesen Diskriminierungsrisiken bestehen und Forschungsbedarf zur Antidiskriminierungsforschung besteht. Die Entwicklung der geschlechtssensiblen Medizin, wie von Becher & Oertelt-Prigione (2022) beschrieben, wird immer relevanter für die Verbesserung der Gesundheitsversorgung von Frauen.

Herausforderungen der Gleichstellung in Deutschland

Die Gleichberechtigung von Männern und Frauen ist in Art. 3 (2) des Grundgesetzes verankert, doch die Realität sieht oft anders aus. Die Hans-Böckler-Stiftung hat festgestellt, dass Frauen im Jahr 2020 durchschnittlich 7,9 Stunden weniger arbeiteten als Männer, und 46 % der Frauen im erwerbsfähigen Alter arbeiteten in Teilzeit. Der Gender Pay Gap von 18 % im Jahr 2020 ist ein weiteres Zeichen dafür, dass die Gleichstellung noch nicht erreicht ist. Zudem tragen Frauen die Hauptlast der Kinderbetreuung, was sich negativ auf ihre Karrierechancen auswirkt.

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Die Corona-Pandemie hat die Gleichstellung zusätzlich erschwert. Frauen reduzierten häufiger ihre Arbeitszeit als Männer, und politische Maßnahmen während der Pandemie begünstigten Männer mehr als Frauen. Vorschläge zur Verbesserung der Gleichstellung beinhalten die Reform des Ehegattensplittings, den Ausbau der Kinderbetreuung sowie die Förderung flexibler Arbeitszeitmodelle. Der Soroptimist Club St. Veit/Glan zeigt, dass es auch auf lokaler Ebene wichtig ist, sich für die Rechte und Chancen von Frauen starkzumachen, um eine gerechtere Gesellschaft zu schaffen.

Für weiterführende Informationen zu diesen Themenbereichen kann die Hans-Böckler-Stiftung konsultiert werden, die sich intensiv mit Geschlechtergerechtigkeit und den Herausforderungen in Deutschland auseinandersetzt.