Pfingsten 2023 ist in vollem Gange und die italienische Adria wird wieder einmal zum Schauplatz eines bunten Treibens. Tausende junge Österreicher strömen nach Lignano, wo das Motto „Tutto Gas“ die Stimmung anheizt. Doch heuer ist alles ein bisschen anders. Die Stadt hat sich auf einen strengeren Kurs eingeschworen, nachdem in den Vorjahren die Exzesse überhandgenommen hatten. Das Resultat? Eine erhöhte Polizeipräsenz und neue Regeln, die für mehr Sicherheit sorgen sollen.
Die Sicherheitsmaßnahmen sind keine kleine Sache. Martin Macor, ein Kärntner Polizist, schildert die zahlreichen Einsätze am vergangenen Samstag. Unterstützung kommt nicht nur aus Kärnten, auch österreichische Beamte aus Wien und Oberösterreich helfen, insbesondere bei den sprachlichen Hürden. So wird das Feiern am Strand nicht nur sicherer, sondern auch gesitteter. Die Stimmung unter den Kärntner Urlaubern bleibt entspannt, und die Kontrollen scheinen kaum wahrgenommen zu werden. Die neuen Regeln, wie das Verbot von Glasflaschen am Strand, werden von den Jugendlichen größtenteils positiv aufgenommen.
Sichere Feierlichkeiten am Strand
Die Maßnahmen, die in Lignano ergriffen werden, zielen darauf ab, Ausschreitungen und gefährliche Situationen zu verhindern. Und das scheint zu fruchten. Viele der jungen Reisenden sind hier, um Spaß zu haben – das Meer zu genießen und die Sonne auf der Haut zu spüren. Die neuen Vorschriften sind nicht nur für die Sicherheit von Bedeutung, sie tragen auch dazu bei, das Image von Lignano zu verändern. Die Stadt will sich von ihrem Ruf als Partyhochburg für junge Österreicher und Deutsche befreien und sich stattdessen als familienfreundliche Qualitätsdestination präsentieren.
Die Bürgermeisterin Laura Giorgi ist voll und ganz hinter diesen verschärften Maßnahmen. Auch für die kommenden Jahre sind neue Regeln angedacht: In zwei Jahren, zu Pfingsten 2026, wird der Straßenverkauf von Alkohol ab Mitternacht enden, Hochprozentiges wird nur noch in Lokalen erhältlich sein. Und auch die Musik wird um Mitternacht zum Schweigen gebracht – für alle, die noch etwas Ruhe nach einer langen Partynacht suchen.
Ein Blick auf die Zahlen
Die Sicherheitsmaßnahmen sind nicht nur in Lignano notwendig, sondern spiegeln ein größeres Problem wider. Der Alkoholkonsum ist ein Thema, das nicht nur in Österreich, sondern auch in Deutschland auf der Agenda steht. Im Jahr 2024 litten 3,9 Millionen Erwachsene in Deutschland an alkoholbezogenen Störungen. Die Zahlen sind alarmierend, und die Gesellschaft hat erkannt, dass es an der Zeit ist, gegenzusteuern. In Lignano sind die Maßnahmen also nicht nur ein kurzfristiger Trend, sondern ein Schritt in eine gesündere Richtung.
Die Vorfälle der letzten Jahre – 30 Erstversorgungen und 15 alkoholbedingte Krankenhausaufenthalte in den Jahren 2024 und 2025 – haben gezeigt, dass es Handlungsbedarf gibt. Die neuen Regelungen, die von strengen Kontrollen begleitet werden, sollen nicht nur den Urlaubern, sondern auch den Anwohnern zugutekommen. Bußgelder und sofortige Platzverweise bei Regelverstößen sind dabei nur ein Teil des umfassenden Sicherheitskonzepts.
Und so bleibt Lignano auch in diesem Jahr ein beliebtes Ziel für Partyhungrige – allerdings mit einem deutlich sichereren Rahmen. Die Kärntner genießen die Zeit am Strand, das Meer und die Sonne, während die Sicherheitskräfte im Hintergrund darauf achten, dass alles in geordneten Bahnen verläuft. Ein Hoch auf die neuen Regeln, die vielleicht dafür sorgen, dass die Erinnerungen an den Urlaub nicht von negativen Erlebnissen überschattet werden.