Heute ist der 6.06.2026 und in Kärnten ist die Luft wieder voll von Pollen. Nach den letzten Regenfällen, die uns eine willkommene Abkühlung gebracht haben, geht es nun richtig los mit dem Pollenflug. Helmut Zwander vom Kärntner Pollenwarndienst hat die aktuelle Situation im Blick und warnt insbesondere die Gräser-Allergiker. Die Belastung ist momentan hoch, und das nicht ohne Grund. In den Mähwiesen der Tal- und Beckenlagen blühen die häufigsten Grasarten in voller Pracht. Wenn man da empfindlich ist, kann das ganz schön zusetzen. Die allergische Reaktion kann die Reizschwelle um ein Vielfaches übersteigen – das ist kein Zuckerschlecken!

Außerdem stehen die Roggenfelder ebenfalls in Vollblüte, was die Situation für alle Gräserpollen-Allergiker nicht gerade erleichtert. Wer ein bisschen Glück hat, findet allerdings in den subalpinen und alpinen Regionen ab etwa 1.200 Höhenmetern etwas Erleichterung. Dort ist die Pollenbelastung deutlich geringer, und auch größere Waldgebiete können eine kleine Flucht vor dem Pollenchaos bieten. Aber aufgepasst: In den Bergen können die Pollen der Grün-Erle bei Birkenallergikern ebenfalls Symptome auslösen. Man merkt schon, die Natur hat es in sich!

Pollenflug und Gesundheit

Die Auswirkungen von Pollen auf unsere Gesundheit sind nicht zu unterschätzen. Allergien wie Heuschnupfen oder Asthma bronchiale sind weit verbreitet und nehmen stetig zu. Schätzungen des Ärzteverbandes Deutscher Allergologen zeigen, dass in Deutschland zwischen 24 und 36 Millionen Menschen auf verschiedene Pollen sensibilisiert sind, insbesondere auf Birken- und Gräserpollen. Das führt dazu, dass immer mehr Menschen unter den Beschwerden leiden, die durch Pollen hervorgerufen werden.

Interessant ist, dass der Deutsche Wetterdienst sowie die Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst regelmäßig Vorhersagen zum Pollenflug-Gefahrenindex erstellen. Diese Vorhersagen sind für acht allergologisch wichtige Blütenpollen relevant: Hasel, Erle, Esche, Birke, Gräser, Roggen, Beifuß und Ambrosia. In Deutschland werden diese Pollenflugvorhersagen für 27 verschiedene Gebiete erstellt. Am Zentrum für Medizin-Meteorologische Forschung (ZMMF) gibt es sogar eine von neun Referenzstationen des Pollenmessnetzes. Dort werden die Pollen mit der klassischen Burkard-Pollenfalle gesammelt, die in fast allen europäischen Ländern zum Einsatz kommt. Im Labor wird dann genau analysiert, welche Pollenarten und wie viele davon in der Luft sind.

Die Natur hat ihre eigenen Regeln, und Pollen sind ein ganz normales, wenn auch lästiges Phänomen. Wer betroffen ist, sollte sich gut informieren und vielleicht auch einen Blick auf die Pollenflugvorhersage werfen, um sich auf die jeweiligen Belastungen einstellen zu können. Und wer weiß, vielleicht findet man ja auch einen Weg, die Schönheit der Natur trotz der Pollen zu genießen.

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