Ostspange in Klagenfurt: Ein teures Abenteuer oder längst überfällig?
Heute ist der 17.07.2026 und in Klagenfurt brodelt es gewaltig, wenn es um das Straßenbauprojekt „Ostspange“ geht. Ein Vorhaben, das schon seit Jahren in der Planung ist, steht nun auf der Kippe. Die Stadt prüft ernsthaft, ob sie aus dem Projekt aussteigen soll. Ein Gutachten, das Rechtsanwalt Martin Wiedenbauer im Auftrag des Gemeinderats erstellt hat, hat die Diskussion neu entfacht. Die Meinungen innerhalb des Stadtsenats sind gespalten und auch in der Bevölkerung gibt es gemischte Gefühle – eine Umfrage zeigt, dass nur 18% der Klagenfurter für die Umsetzung sind, während 34% klar dagegen sind.
Die Ostspange soll die B70 Völkermarkter Straße entlasten und die Verkehrssicherheit erhöhen. Außerdem wird eine bessere Erschließung des Gewerbegebiets Klagenfurt Ost angestrebt. Aber jetzt, wo die Kosten auf stolze 32 Millionen Euro geschätzt werden – aufgeteilt in 75% Land und 25% Stadt – ist die Frage, ob sich das alles wirklich lohnt. Die Baukosten haben sich seit dem ursprünglichen Beschluss von 2010 mehr als verdreifacht und das Verkehrsaufkommen im Projektgebiet ist zwischen 2009 und 2023 nicht gestiegen. Irgendwie klingt das nach einem teuren Abenteuer, das vielleicht nicht mehr zeitgemäß ist.
Politische Ränkespiele und Bürgermeinungen
Das Straßenbaureferat unter Martin Gruber (ÖVP) hält trotz der kritischen Stimmen an der Umsetzung fest. Redimensionierungen, so die klare Ansage, sind nicht zur Diskussion. Klagenfurts Verkehrsreferentin Sandra Wassermann (FPÖ) sieht das Ganze gelassener und appelliert an ihre Kollegen, vertragstreu zu handeln. Sie äußert zudem Bedenken gegenüber den Gutachtenkosten von über 5000 Euro, die sie für überflüssig hält. Wirtschaftsstadtrat Julian Geier (ÖVP) hingegen spricht sich für die Einhaltung des Vertrags aus. Und dann ist da noch Vizebürgermeister Ronald Rabitsch (SPÖ), der die gestiegenen Baukosten anprangert – ein echtes Politikum, das sich in den kommenden Wochen weiter zuspitzen könnte, wenn die politische Diskussion im Stadtsenat anläuft.
Die aktuellen Pläne zur Ostspange unterscheiden sich erheblich von den ursprünglichen Entwürfen. Eine neue Umfahrungsstraße mit einer Länge von 2.337 Metern, zwei Fahrstreifen und einem neuen zweistreifigen Kreisverkehr an der Kreuzung der B70 Packer Straße und der B92 Görtschitztal Straße sind nur einige der vorgesehenen Maßnahmen. Auch eine Erneuerung der Unterführung des Schülerwegs sowie eine Lärmschutzwand sind Teil des Projekts. Ein Amphibiendurchlass und eine Orientierungsbrücke für Fledermäuse zeigen, dass hier auch an die Umwelt gedacht wurde – die Frage bleibt nur, ob das alles noch im Budgetrahmen bleibt.
Die Bürger sind gefragt
Parallel zu diesen Entwicklungen hat die Stadt Klagenfurt einen Sustainable Urban Mobility Plan (SUMP) ins Leben gerufen. Dieser Prozess läuft bis Ende April und soll die Mobilität der Stadt nachhaltig verbessern. Es ist spannend zu sehen, dass die Bürgerinnen und Bürger hier aktiv mitgestalten können. Bisher sind rund 800 Anregungen eingegangen, das Ziel sind 1.000! Themen wie der Verkehr in der Innenstadt und das Radwegenetz stehen hoch im Kurs. Da gibt’s auch mal Staus in der St. Veiter Straße oder Anwohner, die über Geschwindigkeitsüberschreitungen in der 30er-Zone klagen. Das ist eine echte Herausforderung, die es zu meistern gilt – und die Menschen scheinen bereit zu sein, mutige Schritte zu unterstützen, wie das Beispiel aus Paris oder Barcelona zeigt, wo Straßen für Autos gesperrt wurden.
Die politische und öffentliche Debatte um die Ostspange wird also weiterhin spannend bleiben. Die Klagenfurter haben viel zu sagen und die nächsten Schritte werden zeigen, ob das Projekt noch zeitgemäß ist oder ob es nicht vielleicht besser wäre, die Pläne in Frage zu stellen und neue Wege zu gehen. Klagenfurt – die Stadt der Möglichkeiten, könnte man sagen! Mal schauen, was uns die kommenden Wochen bringen.
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