Heute ist der 2.06.2026 und Kärnten steht im Zeichen des 23. Exporttags, einer Veranstaltung, die nicht nur den Puls der heimischen Wirtschaft fühlt, sondern auch eine Plattform für internationale Vernetzung bietet. Die Wirtschaftskammer Kärnten hat zusammen mit den Kärntner Raiffeisenbanken und der Raiffeisen Landesbank Kärnten ein Event organisiert, das seinesgleichen sucht – und das mitten in einer Zeit, in der geopolitische Spannungen und volatile Märkte das wirtschaftliche Umfeld prägen. Jürgen Mandl, Präsident der WK Kärnten, hat es treffend formuliert: „Internationale Märkte sind zentraler Erfolgsfaktor für Kärntens Wirtschaft.“
Die Atmosphäre im Raum ist durchdrungen von einer Mischung aus Aufregung und Nervosität. Rund 250 Teilnehmer und 26 Wirtschaftsdelegierte aus fünf Kontinenten sind angereist, um bilaterale Gespräche zu führen und neue Perspektiven zu entwickeln. Es ist eine Gelegenheit, die man sich nicht entgehen lassen sollte, vor allem wenn man die Herausforderungen bedenkt, mit denen Unternehmen konfrontiert sind: steigende Energiepreise, belastete Lieferketten und natürlich die geopolitischen Unsicherheiten, die wie ein Schatten über den internationalen Märkten lasten. Das WIFO berichtet sogar von einem leichten Wirtschaftswachstum in Kärnten von 0,2 Prozent im ersten Quartal 2026 – ein Lichtblick in einem ansonsten trüben Bild.
Die Bedeutung des Exports
Der Export ist nicht nur ein wirtschaftlicher Motor, sondern auch ein entscheidender Faktor für Beschäftigung und Stabilität in Kärnten. Vizepräsident der Wirtschaftskammer Kärnten, Otmar Petschnig, hat dies in seiner Ansprache betont. Auch der Landeshauptmann-Stellvertreter Martin Gruber hat die politische Würdigung des Exports als zentralen Erfolgsfaktor hervorgehoben. Es wird klar, dass Österreich, stark exportorientiert, sich neuen Herausforderungen stellen muss. Die Zahlen sprechen für sich: Kärntner Warenexporte im ersten Halbjahr 2025 lagen bei 4,832 Milliarden Euro – ein Plus von 2,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Deutschland bleibt dabei der wichtigste Exportmarkt, gefolgt von China und Italien.
Ein weiteres Highlight des Exporttags ist der Austausch im Rahmen der AußenwirtschaftsTALKS. Hier teilen sich nicht nur erfahrene Wirtschaftsdelegierte ihre Einsichten, sondern auch Studierende und Schüler erhalten die Chance, in die Welt des Exports einzutauchen. Diese Vernetzung ist nicht zu unterschätzen – Hemma Kircher-Schneider, die Leiterin der Außenwirtschaft, beschreibt den Exporttag als wichtigen Impulsgeber für Beratung und Vernetzung. Und das ist nicht nur Geschwätz, denn Partnerschaften sind für den Export von essenzieller Bedeutung. Raiffeisen hebt hervor, wie wichtig strategische Begleitung für Unternehmen im Ausland ist, insbesondere wenn es um Finanzierung und Risikoabsicherung geht.
Herausforderungen und Chancen
Doch es gibt auch Herausforderungen, die nicht ignoriert werden können. Bürokratie, hohe Produktionskosten und die Unsicherheit auf globalen Märkten setzen den Unternehmen zu. Eine Studie von Khalil, Osten und Strobel aus dem Jahr 2025 hat gezeigt, dass geopolitisches Risiko wie ein negativer Angebotsschock wirkt, was sich direkt auf die Importpreise auswirkt. Das ist ein Thema, über das man durchaus nachdenken sollte, wenn man die Zukunft des Exports in Österreich betrachtet.
Die Exportgala am Abend wird dann der feierliche Höhepunkt des Tages sein, mit musikalischem Auftakt und der Verleihung des Kärntner Exportpreises an herausragende Unternehmen. Man kann sich vorstellen, dass die Stimmung dann auf dem Höhepunkt ist – ein Zeichen des Erfolgs, ein Zeichen der Hoffnung. Und während wir auf die Nacht zusteuern, bleibt die Frage: Wie wird sich Kärnten in diesem sich ständig verändernden globalen Umfeld behaupten? Irgendwie bleibt man optimistisch.