Am 29. April 2026 fand im Gasthof Durnthaler in Tröpolach die Jahreshauptversammlung des Vereins Gailtaler Almkäse g.U. statt. Obfrau Elisabeth Buchacher eröffnete die Versammlung und begrüßte zahlreiche Ehrengäste, darunter Bürgermeister Leopold Astner sowie Vertreter des Almwirtschaftsvereins. Die hohe Beteiligung der Mitglieder unterstrich einmal mehr den Stellenwert des Vereins in der Region. Bei einer Rückschau auf das Jahr 2025 wurde schnell klar, dass die zahlreichen Aktivitäten und Veranstaltungen, die von Sennerstammtischen über das Tourismussymposium bis hin zum beliebten Gailtaler Käsefest reichten, erfolgreich durchgeführt wurden.
Besonders hervorzuheben sind die Initiativen wie der Almauftrieb, der Käseanschnitt, der Bra-Cheese-Ausflug, das Slow Food Presidio sowie die Käseprämierung. Diese Events haben nicht nur die Gemeinschaft gestärkt, sondern auch den regionalen Käse und die Landwirtschaft ins Rampenlicht gerückt. Im Rahmen der Versammlung präsentierten Hannah Aigner und Christina Buchacher ihre vorwissenschaftlichen Arbeiten über die regionale Landwirtschaft und Lebensmittelkultur, welche das Interesse der Anwesenden weckten.
Schwerpunkte für das kommende Jahr
Für das Jahr 2026 wurden klare Schwerpunkte definiert, die die Arbeit des Vereins prägen werden. Dazu zählen unter anderem Qualitätsschulungen und die Fortführung der beliebten Sennerstammtische. Ein besonderes Highlight wird die Feier zum 30-jährigen Bestehen des Vereins auf der Jochalm im Rahmen des Kärntner Landesalmwandertages sein. Auch das Gailtaler Käsefest wird in die Planungen einfließen, ebenso wie zahlreiche Veranstaltungen während des Almsommers, die das Lebensgefühl der Region weiter fördern sollen.
Die Grußworte der Ehrengäste betonten die enge Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft, Tourismus und Gemeinden, die als Erfolgsfaktor für die Region gilt. Obfrau Buchacher dankte ausdrücklich allen Beteiligten – von den Sennerinnen und Sennern über die Bäuerinnen und Bauern bis hin zu den treuen Kunden heimischer Produkte. Diese Gemeinschaftsleistungen sind es, die den Verein und die Region lebendig halten.
Ein Blick über den Tellerrand
Die Bedeutung einer angepassten Beweidung der Almen zeigt sich nicht nur in der Qualität der dort produzierten Produkte, sondern auch in der Pflege der Kulturlandschaft. Diese Beweidung sichert den Bewuchs mit lichtbedürftigen Kräutern und wertvollen Almpflanzen wie Enzian, Frauenschuh und Türkenbund, die für die Biodiversität von großer Bedeutung sind. Aromatische Milch von Kühen, die auf den Almen grasen, wird in den zahlreichen Käsereien der Region zu würzigem Käse verarbeitet, wobei die Kühe durch ihren exzellenten Geruchssinn die besten Gräser selektieren.
In den umliegenden Bergen und Tälern gibt es nicht nur traditionell-handwerklich arbeitende Käsereien, sondern auch zahlreiche genossenschaftliche Sennereien, die zur Identität der Region beitragen. Diese Käsereien produzieren Delikatessen, die weit über die Grenzen Kärntens hinaus geschätzt werden und zeigen, wie eng die Lebensmittelkultur mit der Alpwirtschaft verbunden ist.
Die Jahreshauptversammlung endete stimmungsvoll mit einem klaren Bekenntnis zur Gemeinschaft und dem gemeinsamen Ziel, die Tradition und Kultur des Gailtaler Almkäses auch in Zukunft lebendig zu halten.