Die verborgene Pracht von Kirchbach: Auf den Spuren einer römischen Villa
Am 2. Juli 2026 war die Stimmung in Kirchbach elektrisierend! Grabungsleiter Paul Payer und Bürgermeister Markus Salcher luden zur Präsentation der neuesten Ausgrabungsergebnisse ein, und die Bevölkerung war hellauf begeistert. Man konnte spüren, wie die Neugier in der Luft lag – ein echtes Gemeinschaftsgefühl, wenn die Vergangenheit mit der Gegenwart verschmilzt. Bürgermeister Salcher richtete einen herzlichen Dank an die Pfarre Kirchbach, Anrainer Josef Berger und die Familie Stratznig von Papst, die allesamt tatkräftige Unterstützer dieser spannenden Unternehmung waren.
Die Geschichte der römischen Villa in Kirchbach wird immer greifbarer. Was als leises Flüstern der Vergangenheit begann, nahm mit den ersten Grabungen im Jahr 2023 ordentlich Fahrt auf. Dr. Thomas Zametter hatte bereits 2013 ein auffälliges Luftbild entdeckt, gefolgt von einer Geo-Radar-Untersuchung, die die Neugier der Archäologen weckte. Und voilà – das Ergebnis ist ein römisches Landgut, eine Villa „Rustica“, die rund 300 Jahre lang bestand. Dies ist nicht einfach nur Geschichte, sondern ein lebendiges Stück unserer Vergangenheit!
Faszinierende Funde
Ein Highlight der aktuellen Grabungen war die Entdeckung einer nahezu „prägefrischen“ Münze aus der Zeit von Kaiser Titus, datiert ins 1. Jahrhundert nach Christus. Wer hätte gedacht, dass ein kleines Stück Metall so viel über das Leben vor Jahrhunderten erzählen kann? Das Haupthaus der Villa aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. war sogar mit einer Fußbodenheizung ausgestattet – total innovativ für damalige Verhältnisse! Und die freigelegte Apsis aus dem 2. Jahrhundert n. Chr. diente als beeindruckender Empfangsraum mit einer Größe von 70–80 m². Ein Ort, an dem Geschichten erzählt wurden, an dem Menschen zusammenkamen – einfach nur schön.
Doch es blieb nicht nur bei diesen Funden. Im Nebengebäude aus dem 4. Jahrhundert wurden Reste einer Schlauchheizung mit Heizkanälen entdeckt. Man fragt sich, wie die Menschen damals gelebt haben und wie sie all diese technischen Raffinessen entwickelt haben. Auch Münzen aus dem 1. bis 4. Jahrhundert, Glasfensterfragmente und Tonstücke in Form von Hohlziegeln wurden ausgegraben – die Vielfalt der Entdeckungen ist beeindruckend.
Ein Blick in die Vergangenheit
Die Nähe zur historischen „Hadnmauer“ könnte zudem auf eine mögliche Schutzfunktion hinweisen. Vielleicht war die Villa also nicht nur ein Ort des Wohnens, sondern auch ein strategischer Punkt in der Region. Solche Überlegungen bringen einen zum Nachdenken – wie lebendig war das Leben damals? Und was kann uns diese Siedlung über die damalige Zeit erzählen? Die Grabungen bringen mehr ans Licht als nur Steine und Münzen; sie erzählen Geschichten von Menschen, die hier lebten, arbeiteten und vielleicht träumten.
Das Interesse der Bevölkerung an diesem Besichtigungstag war überwältigend. Viele waren gekommen, um die Ausgrabungsstätte zu sehen und in die Vergangenheit einzutauchen. Nach Abschluss der wissenschaftlichen Untersuchungen wird die Grabungsstätte allerdings wieder zugeschüttet. Ein wenig schade, denn solche Gelegenheiten, die eigene Geschichte so direkt zu erleben, sind rar.
Für all jene, die sich für römische Villen interessieren, sei die Villa Rustica in Löffelbach bei Hartberg in der Steiermark erwähnt. Dort sind die Grundmauern eines römischen Landsitzes aus dem 2. und 3. Jahrhundert n. Chr. gut erhalten. Dieses Objekt steht sogar unter Denkmalschutz und bietet einen Blick auf das Leben der römischen Gutsherren und ihrer Pächter. Die beeindruckenden Säulenhallen und die Badeanlage sind ein weiteres Beispiel für die Raffinesse der römischen Architektur – ein echter Augenschmaus für Geschichtsinteressierte!
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