In der kleinen Gemeinde Feldkirchen, wo die Tradition noch lebendig ist und das dörfliche Leben pulsiert, steht die Kirche St. Vitus als ein ehrwürdiges Bauwerk inmitten einer sich verändernden Landschaft. Doch die Zeit ist nicht immer freundlich, und so gibt es besorgniserregende Nachrichten zu vermelden. Der Kirchenpfleger Hans Stahuber hat bei einer Begutachtung von Gesteinsproben unter dem Kirchenschiff alarmierende Erkenntnisse gewonnen: Der Tuffstein, auf dem die Kirche errichtet wurde, zeigt sich bröckelig. Ein Riss im Deckengewölbe – ein wahrhaftig bedrohliches Zeichen – sorgt für Unsicherheit unter den Gläubigen und hat bereits zu einer mehrmonatigen Sperre geführt.
Seit dem Auftreten des Risses im November 2024 wurde ein Holzgerüst installiert, das den Kirchensaal stützt. Dieses Notbehelf, so bezeichnet von einem Statiker, wird noch mehrere Jahre bleiben müssen, um die Stabilität der Kirche zu gewährleisten. Gottesdienste konnten erst seit Ostern 2025 wieder stattfinden, nachdem das Gerüst genehmigt wurde. Die Sorge um die Kirche ist groß, und die Frage nach der Ursache für die Schäden bleibt unbeantwortet. Stahuber hat bereits die Initiative ergriffen, um Spenden zu sammeln und sich an Institutionen zu wenden, die finanzielle Unterstützung bieten könnten.
Die Herausforderungen des Tuffsteins
Der Tuffstein, auf dem St. Vitus steht, stammt aus der Endmoränen-Zeit und ist bekannt für seine dekorativen Eigenschaften. Doch die geologischen Gegebenheiten sind nicht zu unterschätzen. In der Region Nordhessen, wo ähnliche Materialien verwendet werden, zeigt sich, dass diese Tuffsteine aufgrund ihrer geringen Härte extrem witterungsanfällig sind. Restaurierungsmaßnahmen sind oft aufwendig, da es keine nachhaltigen Methoden zur Konservierung gibt. Die bisherigen Ansätze beschränkten sich in der Regel auf das Ersetzen zerstörter Steine – eine teure und langwierige Angelegenheit.
Ein weiterer Blick auf die Sanierungsprojekte zeigt, dass auch andere historische Gebäude mit ähnlichen Tuffsteinproblemen kämpfen. Die Sanierung des Herkules in Kassel beispielsweise zieht sich seit 16 Jahren hin, und es wird geschätzt, dass sie bis 2026 abgeschlossen sein wird. Hier fließen beachtliche 41 Millionen Euro in die Instandsetzung – eine Summe, die zeigt, wie ernst die Schäden am Tuffstein genommen werden. Hohlräume und aufgelöster Tuffstein müssen ersetzt werden, und auch die Stützkonstruktionen sind betroffen. Solche Herausforderungen sind nicht nur lokal, sondern auch regional ein Thema, das die Öffentlichkeit beschäftigt.
Ein Ausblick auf die Zukunft
Für die Kirche St. Vitus in Feldkirchen ist die Lage aktuell nicht einfach. Die Tragfähigkeit des Untergrundes muss genau untersucht werden, und regelmäßige Messungen sind angeordnet, um Bewegungen im Gewölbe festzustellen. Im besten Fall könnte der Riss verpresst werden, was die Kosten für die Sanierung senken würde. Doch wie so oft in der Baubranche sind konkrete Kosten derzeit nicht abschätzbar. Die Kirchengemeinde benötigt dringend Unterstützung vom Ordinariat, um finanzielle Mittel zu sichern. Die Eigenbeteiligung der Gemeinde ist Voraussetzung für jegliche Hilfe, was die Situation zusätzlich kompliziert.
Die Herausforderungen, die vor der Gemeinde liegen, sind also gewaltig. Während sich die Verantwortlichen um die Sanierung bemühen, bleibt abzuwarten, welche Lösungen gefunden werden. Vielleicht wird der Tuffstein, der so oft als Baustoff geschätzt wurde, in Zukunft durch innovative Methoden geschützt und erhalten. Die Überwachung der behandelten Objekte wird von entscheidender Bedeutung sein, um das kulturelle Erbe auch für kommende Generationen zu bewahren. In Feldkirchen hofft man, dass die Kirche St. Vitus bald wieder in ihrer vollen Pracht erstrahlen kann, um den Gläubigen und der Gemeinschaft als Ort der Besinnung und des Zusammenkommens zu dienen.