In den letzten Jahren haben Extremwetterereignisse in Österreich für große Sorgenfalten gesorgt. Besonders betroffen sind auch die Bezirke Feldkirchen und Spittal an der Drau, wo die Hochwassergefahr an den Flüssen Maitrattenbachl und Lengholzerbach immer präsenter wird. Um dem entgegenzuwirken, hat die Kärntner Landesregierung nun ein umfassendes Schutzprojekt aufgelegt, das mit einer beachtlichen Summe von 6,1 Millionen Euro ausgestattet ist. Ja, Sie haben richtig gehört – eine stolze Summe, die für den Schutz unserer Siedlungsräume, Wohnhäuser und landwirtschaftlichen Flächen eingesetzt wird!
Am Maitrattenbachl in Gnesau stehen insgesamt 2,6 Millionen Euro für Schutzmaßnahmen zur Verfügung. Hier hat das Land Kärnten bereits 650.000 Euro zugesagt. Nach den verheerenden Hochwasserereignissen vor vier Jahren, die für Erosionen und Überflutungen sorgten, ist jetzt Handeln gefragt. Die geplanten Maßnahmen umfassen unter anderem den Ausbau des Gerinnes, die Umlegung im Bereich des Anwesens Leeb sowie die Ausfilterung von Wildholz und Grobgeschiebe. Diese Maßnahmen sind nicht nur wichtig, sondern auch dringend notwendig, um zukünftigen Katastrophen vorzubeugen. Die Umsetzung erfolgt im Rahmen des Schutzwasserverbandes Oberes Gurktal – St. Urban, mit einem Zeitrahmen von 2026 bis 2030.
Hochwasserschutz in Kleblach-Lind
Aber das ist noch nicht alles! Auch am Lengholzerbach in Kleblach-Lind wird kräftig in den Hochwasserschutz investiert – rund 3,5 Millionen Euro fließen hier in die erneute Sicherung der bestehenden Schutzbauwerke, die mittlerweile nicht mehr ausreichen. Die Kärntner Landesregierung wird sich mit 910.000 Euro an der Finanzierung beteiligen. Die Notwendigkeit dieser Maßnahmen wurde durch die Hochwasserereignisse in den Jahren 2019, 2020 und 2023 eindringlich unterstrichen. Das Projekt wird im Rahmen des Schutzwasserverbandes Goldeck realisiert, geplant für den Zeitraum von 2026 bis 2028. Von den 910.000 Euro Landesanteil entfallen 700.000 Euro auf die Wasserwirtschaft und Wildbachverbauung, während 210.000 Euro für Straßen und Brücken eingeplant sind.
Hochwasser und Überschwemmungen sind nicht nur ein lokales Problem, sondern betreffen weite Teile Europas. Extreme Niederschläge, oft verstärkt durch den Klimawandel, haben in den letzten Jahrzehnten zu einer Häufung von Katastrophenhochwässern geführt. Die verheerenden Ereignisse an der Elbe 2002 oder die verheerenden Überschwemmungen, die im Sommer 2021 Deutschland und andere mitteleuropäische Länder heimsuchten, sind nur einige Beispiele, die uns eindringlich vor Augen führen, wie wichtig es ist, geeignete Schutzmaßnahmen zu ergreifen.
Die menschlichen Aktivitäten spielen eine nicht zu unterschätzende Rolle. Begradigungen von Flüssen, der Bau von Staustufen und die zunehmende Flächenversiegelung haben Auswirkungen auf die Abflussverhältnisse und damit auf die Hochwassergefahr. Es ist also höchste Zeit, dass wir nicht nur in Kärnten, sondern überall in Österreich und Europa die Ärmel hochkrempeln und für einen besseren Hochwasserschutz sorgen. Es bleibt zu hoffen, dass die jetzt geplanten Maßnahmen in Gnesau und Kleblach-Lind nicht nur Schutz bieten, sondern auch als Vorbild für zukünftige Projekte dienen.