Am Flughafen Graz herrschte vergangene Woche Ausnahmezustand! Ein Flugzeug, das eigentlich auf dem Weg nach Hause war, musste kurzerhand umgeleitet werden. An Bord waren zwei schwer erkrankte Personen, bei denen der Verdacht auf eine hochinfektiöse Krankheit, konkret Ebola, bestand. Das Szenario war Teil der Übung „Alpha 10“, die darauf abzielte, die Abläufe und das Zusammenspiel der verschiedenen Einsatzkräfte unter realistischen Bedingungen zu testen.

Rund 200 Einsatzkräfte von verschiedenen Behörden und Organisationen waren in diesen aufregenden Stunden aktiv. Der Zustand der beiden Verdachtsfälle verschlechterte sich während des Rückflugs, sodass die Entscheidung fiel, nach Graz zu landen. Hier wurde ein minutiös abgestimmter Einsatz gestartet, der vor allem auf medizinische Versorgung und Schutzmaßnahmen fokussiert war. Das Rote Kreuz übernahm in dieser kritischen Situation den Transport der Verdachtsfälle – und das unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen.

Kooperation der Einsatzkräfte

Ein ganz besonderes Augenmerk galt dem Hochinfektionstransportteam (HIT-Team) des Roten Kreuzes. Diese Spezialisten waren mit Schutzanzügen, Spezialfahrzeugen und Inkubatoren ausgestattet, um die erkrankten Personen so sicher wie möglich zu transportieren. Währenddessen kümmerten sich weitere Einsatzkräfte um die Betreuung der übrigen Passagiere und die Koordination vor Ort. Man merkte förmlich, wie wichtig die perfekte Abstimmung zwischen Flughafen, Behörden und Einsatzorganisationen in einem solchen Ernstfall ist.

Im Rahmen der Übung wurden nicht nur Alarmierungsabläufe und Kommunikationswege getestet, sondern auch die Nutzung spezieller Einrichtungen am Flughafen. Die regelmäßigen Trainings sollen sicherstellen, dass im Ernstfall alles schnell und koordiniert abläuft. Beteiligte Organisationen wie die Berufsfeuerwehr Graz, die Landespolizeidirektion und die Gesundheitsämter zeigten eindrucksvoll, wie gut man auch in Krisensituationen zusammenarbeiten kann.

Der Ebola-Hintergrund

Doch was steckt hinter diesen Übungen? Der Ebola-Ausbruch in Westafrika, der 2014 seinen Anfang nahm, hat die Notwendigkeit solcher Trainings nochmals verdeutlicht. Zu Beginn des Krisenmanagements waren die Mediziner und Krisenmanager optimistisch, dass sich die Epidemie selbst regulieren würde. Als die Zahl der Hilferufe von Organisationen wie Ärzte ohne Grenzen jedoch dramatisch anstieg, wurde klar, dass schnelle und effektive Maßnahmen erforderlich waren.

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Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rief im August 2014 den internationalen Gesundheitsnotstand aus, und die Herausforderung, infizierte Patienten sicher zu evakuieren, war enorm. Deutschland stellte sieben Kliniken für hochkontagiöse Erkrankungen bereit, aber der Mangel an geeignetem Lufttransport stellte die Verantwortlichen vor große Probleme. Man entwickelte schließlich spezielle Transportmittel, um die Sicherheit von Patienten und medizinischem Personal während des Flugs zu gewährleisten. In Hamburg wurde eine Sonderisolierstation im Airbus A340-300 installiert – ein echter Fortschritt in der Bekämpfung solcher Epidemien.

All diese Maßnahmen und Entwicklungen sollen uns zeigen, wie wichtig es ist, auf Krisensituationen vorbereitet zu sein. Das Engagement der unterschiedlichsten Akteure, von internationalen Organisationen bis hin zu lokalen Einsatzkräften, spielt eine entscheidende Rolle. Wenn man bedenkt, wie schnell sich eine Epidemie ausbreiten kann, wird einem erst richtig bewusst, wie wertvoll gut eingespielte Prozesse in einem Notfall sind.