Am 22.04.2026 fand in Bad Kleinkirchheim der Impulstag Weitwandern statt, ein Ereignis, das sich der Weiterentwicklung des Weitwanderns zu einem ganzjährigen Angebot widmete. Ziel war es, Weitwandern als ganzjähriges Produkt stärker zu positionieren, um damit nicht nur die Qualität zu steigern, sondern auch innovative Ansätze zur Produktentwicklung zu fördern. Patrick Sohler stellte im Rahmen der Veranstaltung den neuen Winterweitwanderweg „Weiße Weiten“ im Paznaun vor, dessen Etablierung als Leitprodukt im Winter besondere Herausforderungen mit sich bringt. Die Wartung, Sicherheit und Beschilderung erfordern einen erhöhten Aufwand, der jedoch die Attraktivität des Angebots steigern soll.
Ein weiterer spannender Beitrag kam von Christine Reichholf, die strategische Herausforderungen in der Ferienregion Nationalpark Hohe Tauern Salzburg thematisierte. Die Entwicklung von Winterweitwanderangeboten in großen Destinationen wurde ebenso diskutiert wie neue Modelle wie die Sternwanderungen, die den Gästen verschiedene Möglichkeiten bieten, die Winterlandschaft zu erkunden. In diesem Zusammenhang stellte Harald Popofsits das Pilotprojekt „Tiny Green“ vor, welches energieautarke, digital vernetzte Mikrounterkünfte entlang des Weitwanderwegs alpannonia umfasst. Solche innovativen Ansätze sind entscheidend, um die Attraktivität des Weitwanderns zu erhöhen und neue Zielgruppen zu erschließen.
Innovationen und Vernetzung im Weitwandern
Ein weiteres Highlight der Veranstaltung war die Präsentation von Karin Wagensonner, die Frequenzmessungen für eine datenbasierte Besucherlenkung erläuterte. Dies könnte künftig dazu beitragen, die Besucherströme besser zu steuern und ein stimmiges Gesamterlebnis zu schaffen. Kristina Madl zeigte am Beispiel des Via Paradiso, wie eine Inszenierung für die Wanderer gestaltet werden kann, um ein unvergessliches Erlebnis zu garantieren. Marc Horbal von der Region Villach – Faaker See – Ossiacher See betonte den wertvollen Austausch unter den Teilnehmern, der für die Förderung von Qualität und Innovation im Weitwandern unerlässlich ist.
Österreichs Wanderdörfer haben mit dem Impulstag eine wichtige Plattform geschaffen, die nicht nur den Fachaustausch fördert, sondern auch einen Raum für Vernetzung bietet. Die Herausforderungen und Chancen des Weitwanderns in der kalten Jahreszeit sind vielfältig, doch mit kreativen Ansätzen und einem starken Zusammenhalt kann das Weitwandern als ganzjähriges Erlebnis etabliert werden.
Wintertourismus in Österreich: Ein nachhaltiges Modell
Österreich gilt als eine der nachhaltigsten Tourismusdestinationen weltweit. Der Wintertourismus spielt dabei eine zentrale Rolle: Er macht lediglich 0,9 % des gesamten Energieverbrauchs des Landes aus und 54 % der Energie im Tourismus stammen bereits aus erneuerbaren Quellen. Beeindruckende 90 % der für technische Beschneiung benötigten Energie kommen aus nachhaltigen Quellen. Dies zeigt, dass Österreich nicht nur auf die Schönheit seiner Landschaften setzt, sondern auch aktiv an einer umweltfreundlichen Zukunft arbeitet.
In der Wintersaison 2024/25 wurden 72,25 Millionen Nächtigungen und 20,55 Millionen Ankünfte verzeichnet, was die Beliebtheit des Landes als Wintersportdestination unterstreicht. Ca. 282.000 Beschäftigte sind im Wintertourismus tätig, was 6,7 % der gesamten Beschäftigung entspricht. Die Vielfalt an Unterkünften und Aktivitäten macht Österreich zum Anziehungspunkt für Wintersportler und Familien, wobei 95 % der Befragten das Land als attraktive Wintersportdestination empfinden.
Mit einem breiten Angebot an 2.526 Liften und über 23.714 ha Pistenfläche sind die Wintersportregionen bestens ausgestattet, um den Bedürfnissen der Gäste gerecht zu werden. Die Kombination aus innovativen Weitwanderangeboten und einem durchdachten Rahmen für den Wintertourismus könnte das Erlebnis in den österreichischen Bergen auf ein neues Level heben und die Gäste auch in der kalten Jahreszeit begeistern.