Heute ist der 6.05.2026, und während die Sonne sanft über Bad Kleinkirchheim scheint, steht ein Thema im Fokus, das die Bildungsgemeinschaft Kärntens beschäftigt: Die Suche nach Schulleitern gestaltet sich immer schwieriger, besonders im ländlichen Raum. Früher war das ganz anders – da gab es eine Fülle an Bewerbungen für die Leitung von Schulen. Heute hingegen ist die Luft dünner, das Interesse an diesen Positionen scheint stark gesunken zu sein.

Aktuell werden in Kärnten fünf Schulen provisorisch geleitet. Ein Beispiel dafür ist das Fritz-Strobl-Schulzentrum in Spittal, das seit fast zwei Jahren von Hans-Jörg Unterkofler geführt wird. Unterkofler vermutet, dass die Anforderungen an Schulleiter komplexer geworden sind. Sie müssen nicht nur die traditionellen Aufgaben erfüllen, sondern auch Managementfähigkeiten mitbringen. Zwischen Vertretungsplänen, Kommunikation und dem ständigen Qualitätsmanagement bleibt nicht viel Zeit für eine Tasse Kaffee – und das gilt besonders für nicht freigestellte Leiter. Die Arbeitsbelastung ist enorm.

Herausforderungen und Chancen

Ein weiteres Beispiel für die Herausforderungen, mit denen Schulleiter konfrontiert sind, ist Jasmin Possegger, die seit sechs Jahren den Pflichtschulcluster Mittleres Mölltal leitet. Hier hat sie die Verantwortung für rund 450 Schüler und 75 Mitarbeiter. Possegger sieht in der Bildung von Clustern eine Chance, Ressourcen zu bündeln und Synergien zu nutzen. Das klingt fast wie ein cleverer Schachzug, um den Schulstandort im Tal zu stärken. Fast 95 Prozent der Schüler bleiben an den Schulen im Tal – ein Erfolg, den sie mit Stolz betrachtet. Allerdings hat die Rolle der Schulleiterin auch ihre Schattenseiten: Die hohe Belastung kleinerer Schulen, die oft unter fehlender Unterstützung leiden, ist nicht zu unterschätzen.

Umso bemerkenswerter ist die Wertschätzung, die den Schulleitern zuteil wird. Bildungsreferent LH Peter Kaiser hat die Leistungen der Pädagoginnen und Pädagogen während der Pandemie gewürdigt. In einem feierlichen Akt wurden 20 definitive und 24 provisorische Schulleiterinnen und Schulleiter im Spiegelsaal der Kärntner Landesregierung per Dekret bestellt. „Ein Zeichen der Anerkennung“, so Kaiser, der auch die zusätzlichen administrativen Aufgaben erwähnte, die die Pandemie mit sich gebracht hat, wie beispielsweise Testregime und Digitalisierung. Eine Herausforderung für das Lehrpersonal, die nicht ohne Folgen bleibt.

Die Liste der Helden

Die Liste der neu bestellten Schulleiter ist lang und bunt. Namen wie Roland Anderwald von der HSS Kärnten oder Daniela Buxbaum von der MS Nockberge-Patergassen stehen darauf. Auch Hermann Enzi von der MS Völkermarkt und Gerald Fellner von der VS Gmünd gehören dazu. Die provisorischen Schulleiter, darunter Hemma Holler-Bucher und Bernd Huber, spielen ebenfalls eine entscheidende Rolle in dieser Übergangszeit. Es ist eine Phase des Wandels, in der jeder Einzelne seinen Teil zum großen Ganzen beiträgt.

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Und während die Schulen im ländlichen Raum immer wieder vor neuen Herausforderungen stehen, bleibt die Hoffnung, dass durch Clusterbildung und die Bündelung von Ressourcen das Bildungsangebot in Kärnten nicht nur erhalten, sondern auch verbessert werden kann. Denn Bildung ist schließlich der Schlüssel zur Zukunft – und das gilt nicht nur für die Schüler, sondern auch für die Schulleiter, die oft als Manager in einem ständigen Balanceakt zwischen Bildung und Verwaltung agieren müssen.