Im Burgenland tut sich einiges im Bereich der medizinischen Ausbildung und Förderung. 2022 schlossen das Land Burgenland und die Danube Private University (DPU) in Krems eine Vereinbarung, die vorsah, bis 2027 jährlich 55 Medizin-Studienplätze für Burgenländer zu reservieren. Diese Initiative war eine große finanzielle Herausforderung, da die Kosten für das Land zwischen 8 und 10 Millionen Euro lagen. Absolventen der DPU mussten sich verpflichten, nach ihrem Studium fünf Jahre im Burgenland zu arbeiten. Doch die DPU hat sich entschieden, ab 2024 aus dieser Vereinbarung auszusteigen.
Um dennoch den angehenden Medizinerinnen und Medizinern unter die Arme zu greifen, wird ab 2024 ein Burgenländisches Medizin-Stipendium von 1.000 Euro monatlich für das Studium an einer staatlich anerkannten europäischen Universität eingeführt. Dieses Stipendium soll nicht nur den Studierenden finanziell helfen, sondern auch die Gründung oder Übernahme von Landarztpraxen fördern. Um die Unterstützung effektiv zu gestalten, müssen die Gemeinden einen gleich hohen Betrag zur Förderung beisteuern. Die Förderung umfasst Umbauten sowie technische und medizinische Ausstattung für Landarztpraxen. Der Basisbetrag für die Landarztförderung beträgt 20.000 Euro, mit möglichen Zuschlägen bis zu insgesamt 60.000 Euro. Auch die Facharztförderung sieht Beträge zwischen 20.000 und 30.000 Euro vor.
Stipendien und der drohende Ärztemangel
Die Nachfrage nach medizinischen Studienplätzen ist ungebrochen hoch, doch das Burgenland sieht sich einem drohenden Ärztemangel im öffentlichen Gesundheitssystem gegenüber. Landeshauptmann Hans Peter Doskozil hat klar gefordert, dass in Österreich ausgebildete Ärzte für eine gewisse Zeit im öffentlichen Gesundheitssystem arbeiten müssen. Viele ausgebildete Ärzte wandern ins Ausland oder in den privaten Sektor ab, was die Situation weiter verschärft.
Im Zuge des neuen Stipendienmodells, das für das Studienjahr 2024/25 weiterentwickelt wird, haben bereits 30 Personen einen Antrag gestellt. Das Stipendium ist nicht nur für Erstsemester gedacht, sondern auch für fortgeschrittene Studierende im zweiten bis achten Semester zugänglich. Gleichzeitig wird von den Stipendiaten erwartet, dass sie das klinisch-praktische Jahr und die Facharztausbildung im Burgenland absolvieren und anschließend mindestens fünf Jahre dort arbeiten. Das Ziel bleibt klar: eine hochwertige, wohnortnahe Gesundheitsversorgung für die Bevölkerung sicherzustellen.
Investitionen in die Zukunft der Gesundheitsversorgung
Das Burgenland investiert zudem in Spitalsneu- und -umbauten sowie in die Verbesserung medizinischer Leistungsangebote. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Mediziner. Maßnahmen wie ein Betriebskindergarten und ein Ärztegehaltspaket sollen dazu beitragen, den Arbeitsmarkt für Mediziner attraktiver zu gestalten.
Insgesamt wurde seit Beginn des Förderprogramms im Jahr 2018 eine Gesamtfördersumme von rund 2,2 Millionen Euro für 55 Ordinationen bereitgestellt. Neuere Zahlen zur Förderung wurden vom Land jedoch nicht veröffentlicht.
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