Am 20. April 2026 wurde Richard Grasl einstimmig zum neuen Präsidenten des Österreichischen Tennisverbands (ÖTV) gewählt. Die Wahl fand während der Generalversammlung im Sporthotel Kurz in Oberpullendorf statt und markiert einen wichtigen Schritt für die Zukunft des Tennis in Österreich. Grasl, der 53 Jahre alt ist und Geschäftsführer von Kurier und Mediaprint, tritt die Nachfolge von Martin Ohneberg an. Ohneberg war seit 2022 Präsident und wurde nun zum ÖTV-Ehrenpräsidenten ernannt.
Das neue Präsidium des ÖTV setzt sich aus einer kompetenten Mannschaft zusammen: Vizepräsidentin Stephanie Bonner sowie die Vizepräsidenten Klemens Eiter, Andreas Pilsl und Axel Melchior. Bonner ist das einzige Mitglied des bisherigen Präsidiums, das weiterhin Teil der Verbandsführung ist. In seiner Antrittsrede betonte Grasl die Bedeutung des Sports über den Wettkampf hinaus und kündigte an, neue Impulse für den Tennissport in Österreich setzen zu wollen.
Neue Herausforderungen und Ziele
Grasl sieht eine der größten Herausforderungen in der Erfüllung der hohen Erwartungen, die mit seiner einstimmigen Wahl verbunden sind. Seine Leidenschaft für Tennis wurde geprägt durch die Erfahrungen seines Sohnes im Jugendtennis. Obwohl der ÖTV finanziell gut aufgestellt ist, besteht ein klarer Bedarf an weiterer finanzieller Unterstützung. Grasl hat das Ziel, die Anzahl der Tennis spielenden Kinder zu erhöhen und die Rahmenbedingungen für Nachwuchsspielerinnen und -spieler zu verbessern.
Ein zentrales Anliegen von Grasl ist die Zusammenarbeit mit den Landesverbänden, die offen und lösungsorientiert gestaltet werden soll. In der aktuellen wirtschaftlichen Lage sieht er die größte Herausforderung im finanziellen Bereich, und er legt großen Wert darauf, dass seine Tätigkeiten als Geschäftsführer des KURIER und Mediaprint nicht unter dem neuen Amt leiden werden. Grasl selbst begann im Alter von sechs Jahren mit dem Tennis und spielt heute auf Hobbyniveau.
Ein Blick in die Zukunft
In seiner Vision für den ÖTV betrachtet Grasl Italien als Vorbild im internationalen Tennis, insbesondere in Bezug auf die Spielerentwicklung und Turnierstruktur. Er sieht Verbesserungsmöglichkeiten in Österreich, etwa durch bessere Strukturen für Turniere und Ausbildung, einschließlich der mentalen und konditionellen Entwicklung der Spieler. Wichtige sportliche Events in der Anfangszeit von Grasl umfassen die win2day Open, den ATP-Challenger in Mauthausen, den Kitzbühel-Doppelpack sowie den Davis Cup gegen Belgien, der als potenzielles Highlight gilt mit der Chance, sich für die Davis Cup Final 8 zu qualifizieren.
Die Wahl von Richard Grasl zum Präsidenten des ÖTV ist somit nicht nur ein Wechsel an der Spitze, sondern auch der Startschuss für eine neue Ära im österreichischen Tennis. Mit frischen Ideen und einem klaren Ziel vor Augen ist Grasl entschlossen, den Tennissport in Österreich weiter voranzubringen und die nächsten Generationen für diese faszinierende Sportart zu begeistern.