In der malerischen Umgebung von Bruckneudorf hat der Kampf gegen invasive Pflanzenarten begonnen. Im Rahmen der burgenländischen Neophyten-Aktionstage fand hier ein gemeinsamer Arbeitseinsatz entlang der Leitha statt. Diese Initiative umfasst insgesamt fünf Termine, die sowohl Pflege-Aktionen als auch informative Vorträge zur Bekämpfung invasiver Pflanzenarten beinhalten. Freiwillige Helfer und lokale Vereine sind herzlich eingeladen, sich aktiv an diesen Maßnahmen zu beteiligen. Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner unterstrich die Dringlichkeit, konkrete Schritte gegen Neophyten zu unternehmen, und verwies auf die Gefahren, die von diesen Pflanzen ausgehen.
Der Fokus des ersten Aktionstags lag auf der Bekämpfung des Japanischen Staudenknöterichs. Diese invasive Pflanzenart breitet sich entlang von Gewässern aus, verdrängt heimische Pflanzen und gefährdet die Stabilität der Uferbereiche. Vor Ort wurden die Bestände der Pflanze gemäht und fachgerecht entfernt, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Hermann Frühstück, Landesleiter der burgenländischen Naturschutzorgane, erklärte, dass die Pflege-Aktionen auf Arten fokussiert sind, deren Bekämpfung gut umsetzbar ist. Zu den weiteren invasiven Arten, die ins Visier genommen werden, gehören das Drüsige Springkraut und die Kanadische Goldrute.
Wichtige Informationen zu Neophyten
Der Japanische Staudenknöterich, ursprünglich aus Asien, hat sich als äußerst aggressiv erwiesen. Mit einer Wuchsleistung von bis zu 25 cm pro Tag kann er in kurzer Zeit große Flächen überwuchern. Ein angeschwemmtes Wurzelstück genügt bereits, um eine neue Kolonie zu gründen. Botaniker warnen, dass die Pflanze nicht nur heimische Arten verdrängt, sondern auch wertvolle Biotope gefährdet. Das Abmähen ist dabei nicht die Lösung; um den Staudenknöterich effektiv zu bekämpfen, sind oftmals Bagger notwendig, um die tief verwurzelten Pflanzen zu entfernen.
Wichtig ist auch die richtige Entsorgung der Pflanze. Sie sollte keinesfalls auf dem Kompost oder in der Biotonne landen, da dies zu einer weiteren Verbreitung führen kann. Die sicherste Methode ist die Entsorgung über den Hausmüll. Darüber hinaus wird empfohlen, die Wurzeln auszugraben und das Erdreich zu entsorgen oder durchzusieben, um verbliebene Wurzelteile zu entfernen. Diese Maßnahmen sind wichtig, um die heimische Flora zu schützen und die Ausbreitung invasiver Arten zu verhindern.
Zukunftsperspektiven und weitere Aktionen
Die burgenländische Initiative plant bereits weitere Pflege-Aktionen in Loipersbach und Oberwart für Juni 2026, ergänzt durch Fachvorträge im Mai und Frühsommer. Ziel ist es, langfristige tragfähige Strukturen zu schaffen und die Bekämpfung invasiver Pflanzen in ein weiterführendes Projekt ab der zweiten Jahreshälfte 2026 zu münden. Die Ausbreitung invasiver Pflanzenarten ist ein drängendes Problem, das nicht nur die heimische Flora, sondern auch die Biodiversität in unseren Regionen bedroht. Daher ist es umso wichtiger, dass die Bevölkerung über die Gefahren der Neophyten aufgeklärt wird und aktiv zur Bekämpfung beiträgt.