In der Gemeinde Jennersdorf im Burgenland haben die Verantwortlichen kürzlich eine neue Regelung für Pool-Besitzer eingeführt. Dies geschieht vor dem Hintergrund einer angespannten Versorgungslage, da der Wasserverbrauch zu Beginn der warmen Jahreszeit in vielen Gemeinden stark ansteigt. Um Engpässe zu vermeiden, erhebt die Gemeinde Gebühren von privaten Pool-Besitzern. Pools bis 15 Kubikmeter sind gebührenfrei, während für Pools zwischen 15 und 20 Kubikmetern eine Gebühr von 50 Euro fällig wird. Bei Pools bis 30 Kubikmetern beträgt die Gebühr 70 Euro, und für größere Becken sind jährlich 100 Euro zu entrichten. Die Abrechnung erfolgt über die Wasserrechnung, was für viele Bürger eine zusätzliche finanzielle Belastung darstellt.
Das Hauptproblem liegt in der gleichzeitigen Füllung vieler Pools, die die kleinen Wasserversorgungssysteme überlastet. Studien zeigen, dass der Wasserbedarf in dieser Zeit kurzfristig auf das Zwanzigfache des normalen Tagesverbrauchs ansteigen kann. In manchen Gemeinden, wie etwa Schwertberg, laufen die Hochbehälter leer, wenn viele Haushalte gleichzeitig Wasser entnehmen. Die Folgen sind dramatisch: sinkender Wasserdruck, Versorgungsprobleme und sogar Schäden im Leitungssystem.
Regelungen zur Poolbefüllung
Um diesen Herausforderungen zu begegnen, haben viele Gemeinden, darunter auch Jennersdorf, neue Maßnahmen eingeführt. Dazu gehört die Implementierung von Poolfüllkalendern, Terminvergaben oder Anmeldepflichten für größere Wassermengen. Im Burgenland sind nur eine begrenzte Anzahl an Befüllungen pro Tag erlaubt, während andere Orte eine Anmeldung mehrere Tage im Voraus verlangen. Auf digitaler Ebene werden Tools eingesetzt, um die Poolbefüllungen besser zu regeln.
In vielen Gemeinden müssen Poolbesitzer mittlerweile einen Antrag stellen, bevor sie Wasser einlassen dürfen. Nach der Anmeldung erhalten sie ein festgelegtes Zeitfenster für die Befüllung. Diese Maßnahmen sollen Verbrauchsspitzen vermeiden und die Wasserentnahme gleichmäßiger verteilen. So hat das steirische Dorf Kraubath an der Mur seit 2013 ein systematisches „Pool-Befüllungsmanagement“ eingeführt, bei dem Poolbesitzer das Wasser nach Saisonende auf dem eigenen Grundstück versickern lassen müssen. Im Gegenzug werden sie von der Kanalgebühr für die entsprechende Wassermenge befreit.
Ein Umdenken in der Wasserwirtschaft
Die aktuelle Situation hat auch zu einem Umdenken bei vielen Kommunalverwaltungen geführt. In Gleinstätten appellierte Bürgermeisterin Elke Halbwirth an die Bürger, die Poolfüllungen sofort zu beenden, da einige bereits kein Wasser mehr hatten. Solche Vorfälle zeigen deutlich, wie wichtig es ist, die Wasserressourcen nachhaltig zu nutzen und zu schützen. Ein generelles Verbot von Swimmingpools steht jedoch nicht mehr zur Debatte, was zeigt, dass die Gemeinden versuchen, einen Mittelweg zu finden.
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Diskussion um Poolsteuern und die Regulierung der Poolbefüllung in Österreich nicht nur in Jennersdorf, sondern auch in anderen Bundesländern und Gemeinden an Bedeutung gewinnt. Die Wasserrahmenrichtlinie verlangt eine ökonomische Analyse der Wassernutzungen, um kostendeckende Preise zu ermitteln und die Wasserversorgung auf ein zukunftsfähiges Fundament zu stellen. Es bleibt zu hoffen, dass durch diese Maßnahmen eine nachhaltige Wasserbewirtschaftung gelingt und die Bürger dennoch unbeschwerte Sommertage in ihren Pools genießen können.